Vorgestellt: „Ahasver“ als kommentierte digitale Edition

Stefan Heyms Roman „Ahasver“ gilt seit seiner Erstveröffentlichung 1981 als ein ganz besonderer. In ihm lässt Heym die Figur des ewig wandernden Juden Ahasver auf drei verschiedenen Erzählebenen durch die Zeiten wandeln – von der Erschaffung der Erde, wie sie in der Bibel beschrieben ist, über die Reformationszeit Martin Luthers bis in die 1980er-Jahre, die in Ost und West dominiert waren von der Sorge vor einem Atomkrieg. Im Lichte gegenwärtiger Entwicklungen in der Welt wieder voller Aktualität, enthält der Roman zugleich zahlreiche zeitgenössische Anspielungen, unter anderem auf die damaligen Verhältnisse in der DDR.

Die Professur für Neuere Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaft der Technischen Universität Chemnitz hat es sich zur Aufgabe gemacht, in Kooperation mit dem Trier Center for Digital Humanities, einem Kompetenzzentrum der Universität Trier, den Roman in einer ausführlich kommentierten, digitalen historisch-kritischen Edition herauszubringen. Dazu werden Stefan Heyms umfangreiche Materialsammlungen, seine Vorarbeiten und Manuskripte aufbereitet und als weltweit verfügbares Open Access erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. (Nähere Informationen zu dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützten Projekt finden Sie hier.)

In einer Gemeinschaftsveranstaltung der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft und der Philosophischen Fakultät der Technischen Universität Chemnitz stellt der Literaturwissenschaftler Dr. Michael Ostheimer das Editionskonzept vor und erläutert es anhand von Beispielen.

Termin: Freitag, 7. Oktober 2022, 19 Uhr, Stefan-Heym-Forum im Tietz, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz. Eintritt frei.

Lese-Tipp: Stefan Heyms Roman „Ahasver“ ist als Taschenbuch im Penguin Verlag erschienen, als E-Book bei C.Bertelsmann. Eine Leseprobe gibt es hier.

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Fritz Pleitgen: Zeitzeuge und Freund Stefan Heyms

Fritz Pleitgen als Schirmherr der Internationalen Stefan-Heym-Konferenz 2011. Foto: Uwe Hastreiter

Es gibt nicht mehr so viele Menschen, die Stefan Heym und seine Frau Inge aus persönlichen, freundschaftlichen Begegnungen kennen. Fritz Pleitgen gehörte dazu. Gern war er bei uns zu Gast und berichtete als Zeitzeuge darüber bei unseren Veranstaltungen. Als wir ihn fragten, ob er die Schirmherrschaft über die erste große Konferenz übernehmen wolle, die die Internationale Stefan-Heym-Gesellschaft zu Leben und Werk Stefan Heyms im Jahr 2011 organisierte, sagte er sofort zu. Mit seiner jahrelangen Erfahrung als Publizist, Auslandskorrespondent und WDR-Intendant gab er der Konferenz einen ganz besonderen Rahmen.

Ein Podiumsgespräch mit ihm, Heinfried Henniger, Inge Heym und Vertretern der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft im Herbst 2019 zu jener Rede, die Stefan Heym 25 Jahre zuvor als Alterspräsident des Bundestages gehalten hatte, ist vielen Besuchern in besonderer Erinnerung geblieben. Fritz Pleitgen würdigte Heyms Auftritt damals als eine „Sternstunde in der deutschen Parlamentsgeschichte“.

Ich bin glücklich, dass ich Fritz Pleitgen als Zeitzeugen und Freund Stefan und Inge Heyms interviewen durfte. Ohne Vorbereitung erzählte er über seine Begegnungen mit dem Dichterfreund, stellte Zusammenhänge zum politischen Geschehen her. Er sprach, wie ihn Millionen von Fernsehzuschauern kannten: konzentriert, detailgenau, humorvoll, druckreif. Im Stefan-Heym-Forum in Chemnitz kann man das Interview, das nun noch mehr an Wert und Bedeutung gewinnt, an einer der Medienstationen anschauen.

Über den Tod Fritz Pleitgens bin ich traurig. Er war der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft sehr verbunden, wir verdanken ihm viel und werden ihn vermissen. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie.

Dr. Ulrike Uhlig
Vorsitzende des Vorstands
der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft

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Filmpremiere und Stadtführung in Schwarzenberg

Mit einem von Hartmut Rademann entworfenen Denkmal erinnert die Stadt Schwarzenberg bereits seit 2010 an Stefan Heym. Foto: Henry Kreul

Schwarzenberg, eine sächsische Kleinstadt im Erzgebirge, ist der Titel und zugleich Ort der Handlung eines der bekanntesten Romane von Stefan Heym. Er beschäftigt sich mit einer zeitgeschichtlichen Episode nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, als die Stadt und die Gegend um Schwarzenberg für mehrere Wochen weder von der sowjetischen noch von der US-amerikanischen Armee besetzt wurden. Ein antifaschistischer Aktionsausschuss aus Kommunisten und Sozialdemokraten nahm daraufhin das Heft des Handelns selbst in die Hand. Anhand dieser Vorlage entwickelte Heym Anfang der 1980er-Jahre in seinem Roman „Schwarzenberg“ ein literarisches Plädoyer für eine demokratisch-sozialistische Alternative zu den damals herrschenden Systemen in Ost und West.

Am Samstag, 17. September, ist im Rahmen des bundesweiten Dokumentarfilmfestivals „Let’s Dok“ die Filmdokumentation „Abschied und Ankunft“ aus dem Jahre 2021 erstmals in Schwarzenberg zu sehen. Sie zeichnet anhand von Archivaufnahmen und Interviews mit seiner Frau Inge Leben und Werk Stefan Heyms nach. Anlass für die Entstehung des Films war der Umzug der über Jahrzehnte hinweg zusammengetragenen Arbeitsbibliothek Heyms in das neu entstandene Stefan-Heym-Forum in seiner Geburtsstadt Chemnitz. Im Originalmobiliar des Arbeitszimmers in seinem Haus in Berlin-Grünau wird sie dort der Öffentlichkeit präsentiert und steht der Forschung zur Verfügung.

Vor der Filmvorführung gibt es die Gelegenheit, an einer kostenfreien Stadtführung auf den Spuren der unbesetzten Zeit und der von Stefan Heym daraus entwickelten Utopie einer „Freien Republik Schwarzenberg“ teilzunehmen.

Termin: Samstag, 17. September, 18 Uhr, Ringkino Schwarzenberg, Neustädter Straße 2, 08340 Schwarzenberg. Tickets und nähere Informationen gibt es hier. Die Stadtführung beginnt um 16 Uhr am Parkplatz Ringcenter, Neustädter Straße 2.

Lesetipp: Stefan Heyms Roman „Schwarzenberg“ ist im Buchhandel als Taschenbuch (ISBN: 978-3-328-10429-2) und E-Book (ISBN: 978-3-641-27827-4) erhältlich.

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Zwei Erzählungen Heyms erstmals veröffentlicht

Zwei bislang unveröffentlichte Erzählungen Stefan Heyms bietet eine Neuausgabe des Sammelbandes „Gesammelte Erzählungen“, der jetzt im Penguin Verlag erschienen ist. Die beiden Erzählungen wurden in der Forschung bereits gelegentlich besprochen und liegen nun erstmals in gedruckter Form vor.

Dabei handelt es sich zum einen um die Erzählung „Bericht über eine Literaturkonferenz“, die offenbar in den Monaten nach dem Elften Plenum des SED-Zentralkomitees im Dezember 1965 entstanden ist. Sie spielt im Himmel und kann als eine Vorstudie zu Stefan Heyms einige Jahre später entstandenen Roman „Der König David Bericht“ betrachtet werden. Die zweite, einige Jahre früher entstandene Erzählung trägt den Titel „Der Urenkel“. Sie handelt von einem angeblichen Nachfahren von Karl Marx, der nach Ende des Krieges 1945 seine Chance wittert, aber schließlich doch als Betrüger enttarnt wird.

Der Sammelband vereint insgesamt mehr als 30 Erzählungen Stefan Heyms aus den 1930er- bis 1980er-Jahren, darunter die viel beachtete Novelle „Die Schmähschrift oder Königin gegen Defoe“ aus dem Jahre 1970. Der mehr als 600 Seiten umfassenden Ausgabe beigefügt sind ein ausführliches Nachwort von Therese Hörnigk sowie Anmerkungen von Prof. Peter Hutchinson (Cambridge) zu den erstmals veröffentlichten Texten.

Lese-Tipp: Stefan Heym: „Gesammelte Erzählungen“. München: Penguin, 2022. Die Ausgabe ist als Teil der digitalen Stefan-Heym-Werkausgabe bei C.Bertelsmann auch als E-Book erhältlich.

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„Abschied und Ankunft“ in weiteren Kinos

Die Dokumentation „Abschied und Ankunft“ über Stefan und Inge Heym sowie ihre gemeinsame Arbeitsbibliothek ist bundesweit in Kinos zu sehen – zum Teil mit anschließendem Filmgespräch. Einige Häuser haben den Film angesichts des großen Publikumsinteresses bereits zum wiederholten Male in ihr Programm aufgenommen.

Der 104-minütige Film von Beate Kunath feierte im Herbst vergangenen Jahres Premiere. Er dokumentiert die Vorbereitungen auf die Überführung der Bibliothek aus Heyms Arbeitszimmer in Berlin-Grünau in das in seiner Geburtsstadt Chemnitz neu entstandene Stefan-Heym-Forum. Dort werden die rund 2500 Bücher seit Neuestem als Stefan-und-Inge-Heym-Arbeitsbibliothek im Originalmobiliar präsentiert und stehen der Forschung zur Verfügung. Ergänzt um zahlreiche Archivaufnahmen aus Auftritten und Interviews mit Stefan Heym ist mit dem Film ein einfühlsames Doppelporträt entstanden, das überraschende neue Einblicke in Heyms Leben und literarisches Schaffen bietet.

Termine:

  • Samstag, 17. September, 18 Uhr: Schwarzenberg, Ringkino.*
  • Donnerstag, 27. Oktober, 20 Uhr: Dresden, Lingnerschloss.*
  • Freitag, 18. November, 16 Uhr: Chemnitz, Stefan-Heym-Forum.

* in Anwesenheit der Regisseurin

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„Radek“ erscheint erstmals auf Englisch

Stefan Heyms biografischer Roman „Radek“ liegt nun zum ersten Mal auch in englischer Sprache vor. Das Anfang der 1990er-Jahre entstandene Werk soll im späten Frühjahr 2022 im Buchverlag der Zeitschrift „Monthly Review“ in den USA erscheinen. Die Übersetzung besorgte Alexander Locascio, das Vorwort stammt von Victor Grossman.

Stefan Heym schrieb „Radek“ in den Jahren nach der Wiedervereinigung. Auf weit über 500 Seiten zeichnet er das Leben des aus Galizien stammenden Revolutionärs Karl Radek (1885-1939) nach, einer der widersprüchlichsten Figuren der internationalen kommunistischen Bewegung in den 1920er- und 1930er-Jahren. Der Sonderling vom linken Flügel der polnischen Sozialdemokraten wurde zu einem engen Mitstreiter Lenins, schloss sich später der Linken Opposition um Leo Trotzki an und endete schließlich nach einem der stalinistischen Schauprozesse während der großen innerparteilichen „Säuberungen“ in einem sowjetischen Straflager. Dort kam er unter ungeklärten Umständen ums Leben.

Auf Deutsch ist „Radek“ zuletzt als Taschenbuch im btb-Verlag und als Teil der digitalen Stefan-Heym-Werkausgabe bei C.Bertelsmann als E-Book erschienen.

Nähere Informationen sowie Auszüge aus dem Roman und dem Vorwort gibt es auf der Website der „Monthly Review“.

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Heym-Stück „Der große Hanussen“ vor Uraufführung

Grafik: WLB Esslingen

Grafik: WLB Esslingen

Gut acht Jahrzehnte nach seiner Entstehung erlebt ein von Stefan Heym verfasstes Theaterstück seine Uraufführung: „Der große Hanussen“ ist am 19. März in einer Produktion der Württembergischen Landesbühne Esslingen erstmals auf der Bühne zu sehen. Das Stück aus dem Jahre 1941 erzählt die Geschichte Erik Jan Hanussens, der als Hellseher Anfang der 1930er-Jahre ein Star der Berliner Varietészene war. Obwohl er Jude war, verfügte er über beste Kontakte in hohe Kreise der Nationalsozialisten. Wenige Wochen nach der Machtübertragung an Hitler wurde Hanussen von SA-Leuten verhaftet und ermordet. Sein gewaltsamer Tod galt in den Kreisen der antifaschistischen Emigration als Beleg für die Verantwortung der Nazis für den Reichstagsbrand, den Hanussen vorhergesagt haben soll.

Der junge Stefan Heym, der selbst bereits im März 1933 vor den Nazis von Berlin in die Tschechoslowakei hatte fliehen müssen, kannte die Berichte über Hanussen unter anderem aus dem „Braunbuch über Reichstagsbrand und Hitlerterror“, das im Sommer 1933 in Paris erschienen war, wenige Wochen vor Beginn des Reichstagsbrandprozesses. Seither hatte ihn der Stoff nicht mehr losgelassen. Das Theaterstück „The Great Hanussen“ schrieb er während seiner Jahre des Exils in den USA in der Hoffnung, es an einem der renommierten Theater unterbringen zu können. Doch dem Vorhaben war seinerzeit kein Erfolg beschieden – im Unterschied zu Heyms ein Jahr später erschienenem Debütroman „Hostages“, der auf Anhieb ein Bestseller wurde.

Die erstmalige Inszenierung des Stücks unter der Regie von Claus Hemmerle basiert auf dem Originalmanuskript, das sich im Stefan Heym Archive in Cambridge erhalten hat. Stephan Wetzel hat es aus dem Amerikanischen ins Deutsche übertragen. Bis Ende April sind zunächst acht weitere Aufführungen angesetzt.

Nähere Informationen, Aufführungstermine und Karten unter www.wlb-esslingen.de .

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Chemnitz würdigt Wirken von Dr. Ulrike Uhlig

Dr. Ulrike Uhlig und der Oberbürgermeister der Stadt Chemnitz, Sven Schulze. Foto: M. Müller

Stefan Heyms Geburtsstadt Chemnitz hat die Vorstandsvorsitzende der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft, Dr. Ulrike Uhlig, mit dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Chemnitz geehrt. Damit werde ihr unermüdliches ehrenamtliches Wirken als langjährige Vorsitzende der Gesellschaft sowie ihr außerordentliches Engagement für die Kultur der Stadt Chemnitz gewürdigt, sagte Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD). „Frau Dr. Uhlig hält das Erbe Heyms lebendig, bewahrt das Andenken an das Leben und das Werk des Autors und macht es zugänglich“, so das Stadtoberhaupt. „Dank ihr und den Mitgliedern der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft befindet sich das Stefan-Heym-Forum in Chemnitz. Dafür danke ich ihr, im Namen der Stadt.“

Dr. Ulrike Uhlig steht der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft seit ihrer Gründung 2009 vor. Sie ist zugleich Mitglied des Kuratoriums des Internationalen Stefan-Heym-Preises der Stadt Chemnitz. Dieser umfasst zum einen den mit 20.000 Euro dotierten Literaturpreis, den die Stadt Chemnitz seit 2008 an Autoren und Publizisten verleiht, und zum anderen Förderpreise für Projekte, die das Andenken an Leben und Werk des Chemnitzer Autors bewahren.

Als langjährige Vertraute von Stefan Heyms Frau Inge Heym hatte Dr. Ulrike Uhlig wesentlichen Anteil daran, dass die Arbeitsbibliothek des Ehepaars Heym in Chemnitz ein neues Zuhause gefunden hat. Sie umfasst etwa 2500 Werke sowie Originalmobiliar und persönliche Gegenstände aus dem gemeinsamen Haus von Stefan und Inge Heym in Berlin. Seit 2020 wird die Bibliothek in Chemnitz als Teil des neu entstandenen Stefan-Heym-Forums präsentiert und steht der Forschung zur Verfügung.

Die Laudatio der Chemnitzer Literaturwissenschaftlerin Prof. Bernadette Malinowski anlässlich der Preisverleihung kann im Originaltext hier nachgelesen werden.

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Vor 85 Jahren: Erste Ausgabe des „Deutschen Volksecho“

Das Deutsche Volksecho vom 3. April 1937.

Das Deutsche Volksecho, Ausgabe vom 3. April 1937.

„Hitler konferiert über Wall Street Kredit“ – mit dieser Schlagzeile auf dem Titel erschien im Winter 1937 in New York die erste Ausgabe einer deutschsprachigen Wochenzeitung mit dem Titel „Deutsches Volksecho“. Verantwortlicher Redakteur des 16-seitigen Blattes war der damals 23-jährige Stefan Heym. Vier Jahre nach seiner Flucht aus Hitlers Deutschland hatte ihm der ebenfalls in die USA emigrierte linkssozialistische Politiker Kurt Rosenfeld diese Aufgabe angetragen. Heym hatte wenige Wochen zuvor sein Germanistikstudium beendet und bereits während seiner Studienzeit in Chicago Texte für linke Publikationen geschrieben.

Das „Deutsche Volksecho“ wandte sich insbesondere an die deutschamerikanische Bevölkerung. Eine seiner Hauptaufgaben sah das Blatt darin, gegen den wachsenden Einfluss der Nationalsozialisten auf deutschstämmige Amerikaner anzuschreiben. Die Aufgabe der Deutschen sei es, so heißt es in einem programmatischen Beitrag in der ersten Ausgabe, „ihre Freiheit wiederzugewinnen, um gleichberechtigt in der Welt an der Seite der fortschrittlichen Demokratien für soziale Befreiung und für den Frieden zu kämpfen“.

Die politische Linie der von den Herausgebern als überparteilich bezeichneten Zeitung folgte der sogenannten Volksfrontpolitik, die ab 1935 den Kurs der Parteien der kommunistischen Internationale (Komintern) bestimmte. Sie zielte auf breite Bündnisse linker, liberaler und bürgerlicher Parteien ab – möglichst unter Kontrolle der Kommunisten. Dies führte das „Deutsche Volksecho“ wiederholt in öffentlich ausgetragene Auseinandersetzungen, insbesondere mit der ebenfalls in New York erscheinenden, sozialdemokratisch beeinflussten „Neuen Volkszeitung“.

Stefan Heym leitete das „Deutsche Volksecho“ bis zur letzten Nummer, die im September 1939 erschien. Er gewann eine Reihe namhafter Zeitgenossen für Beiträge und Interviews, darunter Thomas Mann, Ludwig Renn, Ilja Ehrenburg und Albert Einstein. Nachdem das Blatt mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen und in der Folge seinen Umfang bereits beträchtlich reduziert hatte, kam nach dem Hitler-Stalin-Pakt und im Zuge der Aufgabe der Volksfront-Politik der Komintern das endgültige Aus für die Zeitung.

Lese-Tipp: Einige Beiträge Stefan Heyms aus dem „Deutschen Volksecho“ sind in dem Sammelband „Wege und Umwege/Einmischung“ enthalten, der im Rahmen einer bei C.Bertelsmann erschienenen digitalen Stefan-Heym-Werkausgabe neuerdings auch als E-Book vorliegt. Die einzelnen Nummern des „Deutschen Volksecho“ lassen sich in digitalisierter Form hier einsehen.

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Trauer um Gerd Hennig (1953–2021)

Die Internationale Stefan-Heym-Gesellschaft trauert um ihr langjähriges Mitglied Gerd Hennig. Der Grafiker und Gestalter starb kurz vor dem Jahreswechsel  im Alter von 68 Jahren nach langer Krankheit.

„Gerd Hennig war in vielfältiger Weise mit der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft verbunden. Er hat unser Signet entworfen, viele unserer Publikationen tragen seine gestalterische Handschrift“, würdigt Vorstandsvorsitzende Dr. Ulrike Uhlig sein Wirken. Darüber hinaus dokumentierte er als Fotograf viele Jahre lang die Veranstaltungen der Gesellschaft.

Die Internationale Stefan-Heym-Gesellschaft wird das Andenken an Gerd Hennig in Ehren bewahren. Unsere Gedanken sind bei seiner Frau, seinen Angehörigen und Freunden.

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