Veranstaltungen

Die Internationale Stefan-Heym-Gesellschaft bietet mit Kooperationspartnern Lesungen, Vorträge, Podiumsdiskussionen und Zeitzeugengespräche zu Leben und Werk Stefan Heyms an. Veranstaltungsschwerpunkt ist Heyms Geburtsstadt Chemnitz. Anfragen zu Gastveranstaltungen in Ihrer Nähe sind herzlich willkommen.

Hinweis: Es gelten jeweils die aktuellen Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie.


Abschied und Ankunft“ (D 2021, 104 min)

Filmabend und Kurzführung durch das Stefan-Heym-Forum anlässlich der Chemnitzer Tage der Jüdischen Kultur 2022.

Der Film „Abschied und Ankunft“ dokumentiert die Vorbereitungen auf die Überführung der Bibliothek aus Heyms Arbeitszimmer in Berlin-Grünau in das in seiner Geburtsstadt Chemnitz entstandene Stefan-Heym-Forum. Ergänzt um zahlreiche Archivaufnahmen aus zeitgenössischen Auftritten und Interviews mit Stefan Heym ist der Filmemacherin Beate Kunath ein einfühlsames Doppelporträt gelungen, das überraschende neue Einblicke in Heyms Leben und literarisches Schaffen bietet.

Termin: Mittwoch, 25. Mai 2022, 16.30 Uhr, Stefan-Heym-Forum im Tietz, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz. Eintritt 3 Euro.



Homecoming.
Stefan Heym als amerikanische
r Soldat in Chemnitz, Frühjahr 1945

Kommentierte Lesung.

Wenige Wochen nach Ende des Zweiten Weltkrieges machte sich Stefan Heym als in Deutschland stationierter Unteroffizier der amerikanischen Streitkräfte auf eigene Faust auf den Weg in seine schwer zerstörte Geburtsstadt Chemnitz. Es war sein erstes Wiedersehen mit der Stadt seit seiner Flucht vor den Nationalsozialisten im März 1933. Während des nur wenige Stunden währenden Aufenthalts begab Heym sich an wichtige Orte seiner Jugend und Kindheit, suchte nach dem Grab seines Vaters und traf sich mit Offizieren der sowjetischen Kommandantur. Dabei entstand eine Reihe eindrucksvoller Fotografien, die sich in Stefan Heyms Nachlass erhalten haben und die hier erstmals vollständig vorgestellt werden.

Eine Kooperationsveranstaltung der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft, des Staatlichen Museums für Archäologie Chemnitz (smac) und des Chemnitzer Geschichtsvereins.

Termin: Donnerstag, 9. Juni 2022, 18 Uhr, Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz (smac), Stefan-Heym-Platz 1, 09111 Chemnitz. Eintritt 3 Euro, ermäßigt 2 Euro. Für Mitglieder der beteiligten Vereine freier Eintritt.



Stefan Heyms Meisterwerk:
50 Jahre „Der König David Bericht“

Zeitzeugengespräch mit Heinfried Henniger.

Im Frühjahr 1972 erschien im Münchner Kindler Verlag Stefan Heyms Roman „Der König David Bericht“. Das Buch stellt nach Ansicht vieler Literaturkritiker Heyms Meisterwerk dar und genießt auch unter Religionswissenschaftlern einen bemerkenswerten Ruf. Obwohl die Handlung des Romans im alten Israel um 1000 v. Chr. angesiedelt ist, wurde „Der König David Bericht“ zum Zeitpunkt seines Erscheinens vor allem auch als Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen in der DDR gelesen. Sein Kernthema, das Neuschreiben und Umdeuten historischer Ereignisse und Prozesse im Interesse der jeweils Herrschenden, sollte Stefan Heym in seinem literarischen Schaffen noch auf Jahrzehnte hinaus immer wieder beschäftigen. In der DDR konnte der Roman erst mit einigen Jahren Verspätung erscheinen.

Heinfried Henniger hat als Lektor des Buchverlages Der Morgen und später des Reclam Verlages in Leipzig ab den 1970er-Jahren eng mit Stefan Heym zusammengearbeitet. Durch den Abend führt Dr. Ulrike Uhlig.

Termin: Donnerstag, 16. Juni 2022, 19 Uhr, Stefan-Heym-Forum im Tietz, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz. Eintritt 6 Euro, ermäßigt 3 Euro.



Stefan Heyms Roman „Ahasver“:
Auf dem Weg zu einer digitalen kommentierten Edition

Vortrag und Gespräch mit Prof. Bernadette Malinowski und Dr. Michael Ostheimer.

Stefan Heyms Roman „Ahasver“ präsentiert als Titelfigur einen Engel, der auf drei Erzählebenen agiert – auf einer biblisch-mythischen Ebene, während der Reformationszeit und in den Jahren 1979 bis 1981. Unterstützt von der Deutschen Forschungsgesellschaft und in Zusammenarbeit mit dem Trier Center for Digital Humanities arbeitet die Professur Neuere Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaft der Technischen Universität Chemnitz an der Herausgabe einer digitalen historisch-kritischen und kommentierten Ausgabe des 1981 veröffentlichten Romans. Wie der Text samt Materialsammlungen, Vorarbeiten und Manuskripten digital editiert und kommentiert werden soll, erläutert der Vortrag anhand des Editionskonzepts und an exemplarischen Beispielen.

Eine Kooperationsveranstaltung der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft und der Professur für Neuere und vergleichende Literaturwissenschaft an der Philosophischen Fakultät der Technischen Universität Chemnitz.

Termin: Freitag, 7. Oktober 2022, 19 Uhr, Stefan-Heym-Forum im Tietz, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz. Eintritt frei.



80 Jahre
„Hostages“:
Anglistisch-Germanistische Perspektiven
auf Stefan Heyms Debütroman

Vortrag mit Prof. Dr. Cecile Sandten und Prof. Dr. Bernadette Malinowski

Als im Herbst 1942 Stefan Heyms erster Roman „Hostages“ in New York herauskam, wurde das Buch auf Anhieb ein Bestseller. Grund genug, das in englischer Sprache verfasste und vom Autor später mit erheblichen Änderungen als „Der Fall Glasenapp“ ins Deutsche übersetzte Werk über die Widerstand gegen die Nazis in der besetzten Tschechoslowakei neu in den Blick zu nehmen. Unter Berücksichtigung des Entstehungskontexts – Heym befindet sich seit 1935 im amerikanischen Exil – wird der Vortrag vor allem den Einflüssen der amerikanischen Erzähltradition auf den Roman nachgehen und dabei die englisch- und deutschsprachige Fassung in vergleichender Perspektive betrachten.

Termin: Dienstag, 22. November 2022, 19 Uhr, Universitätsbibliothek Alte Aktienspinnerei, Straße der Nationen 33, 09111 Chemnitz, Eintritt frei.