Veranstaltungen 2026

Die Internationale Stefan-Heym-Gesellschaft bietet mit Kooperationspartnern Lesungen, Vorträge, Podiumsdiskussionen und Zeitzeugengespräche zu Leben und Werk Stefan Heyms sowie regelmäßig Führungen im Stefan-Heym-Forum Chemnitz an. Anfragen zu Gastveranstaltungen in Ihrer Nähe sind herzlich willkommen.


Einmischungen: Stefan Heym und Friedrich Schorlemmer
Kommentierte Lesung

Friedrich Schorlemmer (1944-2024). Foto: Holger Noß/CC BY-SA 2.5

1983. Der evangelische Theologe und Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer schmiedet symbolisch ein Schwert zu einer Pflugschar und prägt die unabhängige Friedensbewegung in der DDR maßgeblich. „Unvergessen bleibt mir, welche Motivation und Inspiration in den Zeiten der unabhängigen kirchlichen Friedensbewegung seit 1980 von Stefan Heym, Christa Wolf, Günter de Bruyn und Franz Fühmann ausgegangen waren“, sagt er. Zwei große Denker, zwei Redner auf der Kundgebung auf dem Alexanderplatz am 4. November 1989, zwei „Einmischer“, die nicht schweigen können. Beide aber waren sich hier nicht zum ersten Mal begegnet. Der Abend folgt ihren Spuren bis in die 1990er-Jahre.

Termin: Dienstag, 10. März, 19 Uhr, Stefan-Heym-Forum im Kulturzentrum Das Tietz Chemnitz, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz. Eintritt: 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro.


Begleitprogramm zum Internationalen Stefan-Heym-Preis 2026

Auf den Spuren des jungen Stefan Heym
Literarischer Rundgang

Das Wohnhaus an der Hoffmannstraße, in dem Stefan Heym seine Jugend verbrachte.

Stefan Heym, der am 10. April 1913 als Helmut Flieg in Chemnitz geboren wurde, verbrachte seine Kindheit mit seiner Familie auf dem Kaßberg. Wegen seines antimilitaristischen Gedichts „Exportgeschäft“ musste der Oberprimaner das Gymnasium seiner Heimatstadt verlassen. Die Führung geht seinen täglichen Wegen in Chemnitz nach. Lesepassagen aus seiner Autobiografie „Nachruf“ ergänzen diesen literarischen Spaziergang.

Termin: Samstag, 11. April, 14 Uhr, Treffpunkt: Gerhart-Hauptmann-Platz 13, 09112 Chemnitz. Ende: Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium, Hohe Str. 25, 09112 Chemnitz. Ticket: 8 Euro. Anmeldung erbeten bis 8. April per E-Mail unter heym.gesellschaft [at] stadt-chemnitz.de. 


Begleitprogramm zum Internationalen Stefan-Heym-Preis 2026

Lesestunde mit Stefan Heym
Offene Lesung

Nachdem der Lesemarathon „Chemnitz liest Heym“ im Kulturhauptstadtjahr 2025 auf große Resonanz gestoßen ist, lädt die Internationale Stefan-Heym-Gesellschaft anlässlich des 113. Geburtstages von Stefan Heym und der Verleihung des Internationalen Stefan-Heym-Preises der Stadt Chemnitz zu einem Leseabend. Ob besinnliche, heitere oder dramatische Texte: Freunde der Literatur Stefan Heyms sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen.

Termin: Donnerstag, 16. April, 19 Uhr, Stefan-Heym-Forum im Kulturzentrum Das Tietz, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz. Anmeldung mit Angaben zum Beitrag erbeten bis zum 31. März per E-Mail unter heym.gesellschaft [at] stadt-chemnitz.de.


Begleitprogramm zum Internationalen Stefan-Heym-Preis 2026

Konzertlesung mit Liv Heym

Stefan Heyms Autobiografie und die Musik seiner Zeit stehen im Mittelpunkt einer Konzertlesung „Kindheit und Jugend Stefan Heyms und sein Weg in die Emigration“ mit seiner Enkelin Liv Heym (Foto) in Chemnitz. Am Vorabend der Verleihung des Internationalen Stefan-Heym-Preises der Stadt Chemnitz für Literatur und Publizistik geht die Violinistin unter anderem der Frage nach, welche Relevanz Heyms Biografie für das Verständnis unserer selbst und unserer Zeit hat. Dabei orientiert sie sich vor allem an Stefan Heyms Autobiografie „Nachruf“ aus dem Jahre 1988. Begleitet wird Liv Heym von der Sängerin und Pianistin Donia Berriri (Paris).

Termin: Freitag, 17. April, 19 Uhr, Neue Sächsische Galerie Chemnitz. Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 3 Euro.


Begleitprogramm zum Internationalen Stefan-Heym-Preis 2026

„Abschied und Ankunft“
Film und Führung durch das Stefan-Heym-Forum

Vorführung von „Abschied und Ankunft“ in Berlin.

Der Film „Abschied und Ankunft“ dokumentiert die Vorbereitungen auf die Überführung der Bibliothek aus Heyms Arbeitszimmer in Berlin-Grünau in das in seiner Geburtsstadt Chemnitz entstandene Stefan-Heym-Forum. Ergänzt um zahlreiche Archivaufnahmen aus zeitgenössischen Auftritten und Interviews mit Stefan Heym, ist der Regisseurin Beate Kunath ein einfühlsames Doppelporträt gelungen, das überraschende neue Einblicke in Heyms Leben und literarisches Schaffen bietet.

Neuer Termin: Sonntag, 19. April 2026, 11 Uhr, Stefan-Heym-Forum im Kulturzentrum Das Tietz, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz. Eintritt: 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro.


Chemnitzer Museumsnacht
Führungen durch das Stefan Heym-Forum

Foto: Kristin Schmidt / Stadt Chemnitz

Die Internationale Stefan-Heym-Gesellschaft Chemnitz präsentiert ab 18 Uhr in Führungen Schätze der gut 1800 Bände umfassenden Arbeitsbibliothek Stefan und Inge Heyms, die als Teil des Stefan-Heym-Forums im Tietz zu sehen ist.

Termin: Samstag, 10. Mai, ab 18 Uhr, Stefan-Heym-Forum im Kulturzentrum Das Tietz Chemnitz, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz. Eintritt mit Besucherticket der Chemnitzer Museumsnacht.


Juden im europäischen Widerstand gegen den Faschismus
Vortrag mit Prof. Mario Keßler, Berlin

Foto: ZZF

Der bewaffnete jüdische Widerstand gegen die faschistischen Völkermörder im Zweiten Weltkrieg gilt mit Recht als Markzeichen kollektiven Überlebenswillens. Die Aufstände im Warschauer Ghetto und in den Vernichtungslagern Treblinka und Sobibór waren Gipfelpunkte solcher Selbstbehauptung. Der jüdische Widerstand war jedoch breiter. Prof. Dr. Mario Keßler (Jg. 1955) ist Historiker und Senior Fellow am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam. Er lebte und unterrichtete mehrere Jahre in den USA.

Termin: Dienstag, 26. Mai, 19 Uhr, Stefan-Heym-Forum im Kulturzentrum Das Tietz Chemnitz, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz. Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 3 Euro.


Stefan Heyms Debütroman Hostages“; Anglistisch-germanistische Perspektiven
Vorlesung mit Prof. Cecile Sandten und Prof. Bernadette Malinowski

Stefan Heyms Debütroman „Hostages“ (dt. „Der Fall Glasenapp“) wurde bereits im Jahr seines Erscheinens, 1942, zum Bestseller. Unter Berücksichtigung des Entstehungskontexts – Heym befindet sich seit 1935 im amerikanischen Exil – wird der Vortrag vor allem den Einflüssen der amerikanischen Erzähltradition nachgehen und dabei die englisch- und deutschsprachige Fassung in vergleichender Perspektive betrachten. Eine Kooperation zwischen dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz (Smac) und der TU Chemnitz im Rahmen des Themenjahres „Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026.“

Termin: Mittwoch, 10. Juni, 19 Uhr, Café Julius im Schocken im Archäologiemuseum Smac (Raum Mendelsohn), Stefan-Heym-Platz 1, 09111 Chemnitz. Eintritt: frei


Das unbesetzte Gebiet: Der literarische Weg nach Schwarzenberg
Vortrag von Henry Kreul

Die Veranstaltung behandelt den Weg der publizistisch-literarischen Beschäftigung mit dem Thema „Unbesetztes Gebiet rund um Schwarzenberg“ in Veröffentlichungen verschiedener Autoren ab 1961 bis zu Stefan Heyms Roman „Schwarzenberg“ (1984) und darüber hinaus. Auch ein zweiter Autor, der ausführlich zu dieser Thematik publiziert hat, Johannes Arnold, ist gebürtiger Chemnitzer.

Termin: Donnerstag, 18. Juni, 19 Uhr, Stefan-Heym-Forum im Kulturzentrum Das Tietz, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz. Eintritt: 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro.


Stefan Heym und Anatole France: Gefallene Engel und Geheimwissenschaftler in der Stefan-und-Inge-Heym-Arbeitsbibliothek
Vortrag von Tobias Frank, M.A.

Anhand einer neu aufgezeigten Verbindung zwischen Stefan Heyms Roman „Ahasver“ und zwei Erzählungen von Anatole France, Literaturnobelpreisträger des Jahres 1921, soll in diesem Vortrag aufgezeigt werden, wie die Stefan-und-Inge-Heym-Arbeitsbibliothek Anlässe und Möglichkeiten zur wissenschaftlichen Arbeit und für die Forschung bietet. In welcher Tradition steht Heyms Roman literaturgeschichtlich und wieso sind gefallene Engel wie „Ahasver“ oder Geheimwissenschaftler wie eine Figur namens „Astarac“ bei France eigentlich Gegenstand literarischer Erzählungen?

Termin: Dienstag, 30. Juni, 19 Uhr, Stefan-Heym-Forum im Kulturzentrum Das Tietz, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz. Eintritt: 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro.


„Vertrieben nicht ohne Grund“
In Kooperation mit der Klaus-Mann-Initiative Berlin

Klaus Mann. Foto: U.S. Army/CC BY-SA 4.0

Klaus Mann und Stefan Heym: Zwei Schriftsteller, die Deutschland 1933 verlassen mussten und 1944/45 mit der U.S. Army wiederkehrten, die beide für antifaschistische Zeitungen in den USA geschrieben haben und die während des Krieges für Flugblätter und Zeitungen verantwortlich waren. Sie sind sich nie begegnet, obwohl es eine journalistische Zusammenarbeit gab. Gemeinsam mit der Klaus-Mann-Initiative untersuchen wir die Lebenswege der beiden, die sich hätten kreuzen können, auch wenn beider literarischer Beginn unterschiedlicher nicht hätte sein können. Oder vielleicht auch nicht?

Termin: Donnerstag, 24. September, 19 Uhr, Stefan-Heym-Forum im Kulturzentrum Das Tietz, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz. Eintritt: 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro.


Kritische Literatur in der DDR: Von den Anfängen bis zur Gegenwart
Vortrag von Henry Kreul

Anhand ausgewählter Beispiele durch die 40-jährige Geschichte der progressiv-kritischen Literatur in der DDR wird auch nach ihrer Auffindbarkeit nach 36 Jahren Deutscher Einheit gefragt. Dabei werden Ursprünge, politische Rahmenbedingungen und teilweise auch Spätfolgen dieses Umgangs mit Autoren und ihren Werken sichtbar gemacht. Besondere Erwähnung werden Schriftsteller aus Chemnitz und Sachsen finden.

Termin: Donnerstag, 8. Oktober, 19 Uhr, Stefan-Heym-Forum im Kulturzentrum Das Tietz, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz. Eintritt: 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro.


„Abschied und Ankunft“
Film und Führung durch das Stefan-Heym-Forum

Vorführung von „Abschied und Ankunft“ in Berlin.

Der Film „Abschied und Ankunft“ dokumentiert die Vorbereitungen auf die Überführung der Bibliothek aus Heyms Arbeitszimmer in Berlin-Grünau in das in seiner Geburtsstadt Chemnitz entstandene Stefan-Heym-Forum. Ergänzt um zahlreiche Archivaufnahmen aus zeitgenössischen Auftritten und Interviews mit Stefan Heym, ist der Regisseurin Beate Kunath ein einfühlsames Doppelporträt gelungen, das überraschende neue Einblicke in Heyms Leben und literarisches Schaffen bietet.

Termin: Dienstag, 27. Oktober, 18 Uhr, Stefan-Heym-Forum im Tietz, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz. Eintritt: 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro.


„Damit das Ausbürgern sich nicht einbürgert…“
Kommentierte Lesung

Stefan Heyms Erinnerungen an den November 1976.

Am 16. November jährt sich zum 50. Mal die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann aus der DDR. Sie wurde zum Beginn eines Aderlasses von Künstlern und Künstlerinnen. 

Anlass, diesen Tagen und Wochen nachzuspüren und vor allem den Protest von Schriftstellern wie Stephan Hermlin und Stefan Heym, Christa Wolf und Franz Fühmann, Heiner Müller und Jurek Becker in Erinnerung zu bringen. Die Liste der Unterzeichner der Protestnote liest sich wie ein Who is who der Kunst in der DDR. Viele bezahlten ihre Zivilcourage mit Kaltstellung, nicht jeder hielt durch, andere gingen… In einer kommentierten Lesung werden die Tage nach dem 17. November 1976 lebendig.

Termin: Dienstag, 10. November, 19 Uhr, Stefan-Heym-Forum im Kulturzentrum Das Tietz, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz. Eintritt: 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro.