Vor 95 Jahren, im September 1931, druckte die sozialdemokratische Zeitung „Volksstimme“ in Chemnitz das Gedicht „Exportgeschäft“ des 18-jährigen Gymnasiasten Helmut Flieg (Foto). Es kritisiert den Einsatz deutscher Militärberater, die Truppen im Ausland im Verwenden von Giftgas ausbilden. Auf Betreiben örtlicher Nationalsozialisten setze nach dem Abdruck des Gedichts eine öffentliche Hetze gegen den Verfasser ein. Sie zwingt ihn binnen weniger Wochen, seine Heimatstadt zu verlassen. Anderthalb Jahre später muss er als einer der ersten und jüngsten Autoren vor den Nazis aus Deutschland fliehen. In der Emigration wird aus dem jungen Dichter Helmut Flieg im Laufe der Jahre der Schriftsteller und Publizist Stefan Heym.
In seinem Memoirenband „Nachruf“ schildert Heym die Vorgänge vom Herbst 1931 und deren Folgen für sein weiteres Leben ausführlich. Das Buch ist zuletzt im Penguin Verlag erschienen und liegt auch als E-Book vor.
Eine Auswahl seiner frühen Gedichte bietet der 2013 bei C. Bertelsmann veröffentlichte Band „Ich aber ging über die Grenze“.
Eine ausführliche Untersuchung zum Thema findet sich in „Der Jahrhundertzeuge. Geschichtsschreibung und Geschichtsentwürfe im Werk von Stefan Heym“, erschienen 2016 im Verlag Königshausen & Neumann in Würzburg.


