Rückblick

Kommentierte Lesung: Literatur trifft Bildende Kunst
14. März 2017

Stellten Heyms frühe Gedichte vor und erläuterten Beziehungen zur Bildenden Kunst: Galerist Ulf Kallscheidt, Viola Hennig, Dr. Ulrike Uhlig und Michael Müller (v.l.n.r.). Foto: Henry Kreul

Stellten Stefan Heyms frühe Gedichte vor und erläuterten Beziehungen zur Bildenden Kunst: Galerist Ulf Kallscheidt, Viola Hennig, Dr. Ulrike Uhlig und Michael Müller (v.l.n.r.). Foto: Henry Kreul

Die frühen Gedichte Stefan Heyms und seine Beziehungen zu bildenden Künstlern wie John Heartfield und Hella Guth in den 1930er-Jahren stehen im Mittelpunkt einer Lesung in der Galerie Borssenanger in Chemnitz. Auch Heinrich Zille ist Thema, dessen Andenken der junge Heym 1932 eines seiner zeit- und sozialkritischen Gedichte widmete. Dessen Motiv – Erwerbslose, die als Musikanten durch die Berliner Hinterhöfe ziehen, um sich ein paar Pfennige hinzuzuverdienen – machte er wenig später noch einmal zum Thema einer seiner ersten journalistischen Arbeiten. Im Anschluss an die Lesung entwickelt sich eine intensive Diskussion, unter anderem zur Entwicklung des Fabrikantensohns Helmut Flieg zum Sozialisten unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er-Jahre.

Literarisch-musikalischer Abend: Über Heine – Heyms letzte Rede.
10. März 2017

Barbara Sadowski und Peter Gotthardt. Foto: Sandra Häfner

Barbara Sadowski und Peter Gotthardt in Chemnitz. Foto: Sandra Häfner

Die letzte Rede Stefan Heyms steht im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung des Begleitprogramms zur Verleihung des Internationalen Stefan-Heym-Preises für Literatur und Publizistik 2017. Die Violinistin Barbara Sadowski und Filmkomponist Peter Gotthardt am Klavier gestalten ein rund einstündiges musikalisch-literarisches Programm mit dem Titel „Die letzte Rede Stefan Heyms in Israel“. Die Gäste im Veranstaltungssaal des Tietz in Chemnitz hören mehrere Auszüge der Rede, die der damals 88-Jährige im Dezember 2001 wenige Tage vor seinem Tod anlässlich der internationalen Konferenz „Heinrich Heine in Jerusalem“ über den von ihm so hochgeschätzten Schriftsteller hielt. Dort sagte Heym unter anderem, dass die Texte Heines so lange lebten, wie Menschen auf der Welt um ihre Menschenrechte kämpften. Die Rede ist auf Tonband erhalten geblieben.

Stefan-Heym-Gespäch: Zur Geschichte einer Fabrikanten-Villa
18. Oktober 2016

Unternehmer Lars Fassmann (links) und Autor Volker Dittrich. Foto: Henry Kreul

Unternehmer Lars Fassmann (links) und Autor Volker Dittrich. Foto: Henry Kreul

Volker Dittrich, Autor des Buches „Wem gehört das Haus in Chemnitz?“ (Berlin: Jonas, 2015), und Lars Fassmann, Unternehmer, Förderer der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft und Eigentümer geschichtsträchtiger Immobilien, begeben sich gemeinsam auf Spurensuche. Im restlos gefüllten Veranstaltungssaal der Villa Esche in Chemnitz erörtern sie die Geschichte der benachbarten Fabrikantenvilla Sachs und ihrer wechselnden Bewohner. Ähnlich wie in Stefan Heyms Nachwendeerzählung „Auf Sand gebaut“ spiegeln sich in dem Mikrokosmos Haus die Zeitenwenden eines ganzen Landes.

Exkursion: Das Stefan Heym Archive in Cambridge
6. Oktober 2016

Dr. Ulrike Uhlig, Vorstandsvorsitzende der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft, Archiv-Betreuer Christian Staufenbiel (vorn) und Prof. Peter Hutchinson (2.v.l.). Foto: M. Müller

Dr. Ulrike Uhlig, Vorstandsvorsitzende der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft, Archiv-Betreuer Christian Staufenbiel (vorn) und Prof. Peter Hutchinson (2.v.l.). Foto: M. Müller

Die Teilnehmer einer von Dr. Ulrike Uhlig, der Vorstandsvorsitzenden der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft, organisierten Bildungsreise besuchen die Universitätsbibliothek in Cambridge. Dort wird im „Stefan Heym Archive“ der Nachlass Stefan Heyms verwahrt. Anhand einer eigens zusammengestellten Präsentation von Original-Exponaten erhalten die Besucher einen exklusiven Einblick in Heyms literarisches Schaffen. Zu sehen sind unter anderem die Manuskripte seiner frühen Gedichte sowie mehrerer seiner Romane, Sammlungen von Quellenmaterial sowie Dokumentationen zeitgenössischer Besprechungen seiner Bücher und seines politischen Wirkens in den 1990er-Jahren. Abgerundet wird das Programm mit zwei Führungen: Vorstandsmitglied Christian Staufenbiel erläutert bei einem Rundgang die Arbeit der Universitätsbibliothek, die zu den führenden Bibliotheken Großbritanniens zählt; Ehrenpräsident Prof. Peter Hutchinson führt durch Trinity Hall, eines der traditionsreichsten Colleges der Universität Cambridge.

Premiere: Heym-Gesellschaft bei Chemnitzer Museumsnacht
21. Mai 2016

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Besucher informieren sich über die literarischen Anfänge Stefan Heyms. Foto: Sandra Häfner

Erstmals beteiligt sich die Internationale Stefan-Heym-Gesellschaft an der Chemnitzer Museumsnacht. Vor der neuen Geschäftsstelle im Kulturkaufhaus Tietz informiert eine kleine Ausstellung zu Heyms frühem Werk und Wirken von seiner Jugend in Chemnitz bis zu seinem ersten Roman „Hostages“ 1942. Interessierte können sich an einem Heym-Quiz beteiligen sowie Gedichte und Zitate des Autors lesen. Vier Gedichte aus den Jahren 1930/31 – „Nie wieder Krieg“, „Schmerzliche Erzählung“, „Genies an Marmortischen“ und „Lied an die Zeit“ – entdecken Besucher anhand einer Video-Visualisierung. Die Zeilen, gesprochen von Egmont Elschner, Mitglied der Internationalen Stefan Heym-Gesellschaft, werden mittels Beamer an die Wand geworfen. Die zum 17. Mal veranstaltete Museumsnacht zählt rund 8000 Besucher.

Lesung: Christoph Heins neuer Roman „Glückskind mit Vater“
13. April 2016

20160413 Hein Villa Esche

Christoph Hein am 13. April während seiner Lesung in Chemnitz. Foto: Henry Kreul

Vor mehr als 200 Zuhörern liest Christoph Hein, Preisträger des Internationalen Stefan-Heym-Preises der Stadt Chemnitz 2013, aus seinem neuen Roman Glückskind mit Vater. Die von der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft mitveranstaltete Lesung in der Villa Esche in Chemnitz ist Teil des Literaturfestivals Leselust. In dessen Rahmen präsentiert sich die Heym-Gesellschaft auch während einer Lesenacht im Kulturkaufhaus Tietz. Dort stellt sie ihre neue Geschäftsstelle vor und zeigt Teile der Kabinettausstellung „Stefan Heym: Vom ersten Gedicht zum ersten Roman 1930-1942“, die anlässlich des 100. Geburtstags Stefan Heyms 2013 erstmals zu sehen war.

Lesung: Inge Heym über Gedichte aus Heyms Jugend- und Exilzeit
29. September 2015

20150929 Villa Esche Inge Heym

Foto: Ida Hunger / Villa Esche

Inge Heym (Foto), Dr. Ulrike Uhlig und Michael Müller stellen im besonderen Ambiente der Jugendstil-Villa Esche in Chemnitz vor etwa 80 Besuchern Stefan Heyms frühe Gedichte vor. Die kommentierte Lesung „Ich aber ging über die Grenze“ aus dem gleichnamigen  Gedichtband findet auf den Tag 84 Jahre nach jener Versammlung statt, mit der Chemnitzer Nationalsozialisten den jungen Heym wegen eines seiner Gedichte zur Zielscheibe erbitterter Angriffe machten, in deren Folge er wenig später seine Heimatstadt verlassen musste. Als Zugabe liest Inge Heym den Text „Denkmalspflege“ aus dem nach der Wiedervereinigung erschienenen Publizistikband „Filz“. Musikalisch begleitet wird der Abend von Marius Ingensiep, Chemnitz, am Flügel mit Stücken von Frédéric Chopin bis Henry Mancini.

Kabinettausstellung: Alliierter auf Zeit
Mai/Juni 2015 (Chemnitz), Juli 2015 (Schwarzenberg)

Michael Müller vom Vorstand eröffnet die Kabinettausstellung in Chemnitz.

Michael Müller vom Vorstand eröffnet die Kabinettausstellung in Chemnitz. Foto: Tina Goldammer

Anhand zeitgenössischer Dokumente, Bücher und Fotos aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zeichnet die Kabinettausstellung „Alliierter auf Zeit – Stefan Heym in der US-Armee 1943-45“ Heyms Jahre in amerikanischer Uniform nach, beginnend von der Ausbildung in speziellen Trainingscamps für psychologische Kriegsführung über die Landung in der Normandie, die Arbeit als Flugblatt- und taktischer Radioredakteur in Luxemburg bis zu seiner Tätigkeit für verschiedene Zeitungen der amerikanischen Militärregierung in den ersten Monaten nach der Kapitulation Deutschlands. Einen Schwerpunkt bilden private Fotoaufnahmen aus Heyms Nachlass, die in dieser Fülle erstmals öffentlich gezeigt werden. Zudem wird ein Eindruck davon vermittelt, wie nachhaltig die zweieinhalb Jahre in den Reihen der US-Armee Stefan Heyms späteres literarisches Schaffen prägten. Zur Eröffnung der Kabinettausstellung in Chemnitz ist der Dokumentarfilm „Die Ritchie-Boys“ über die Tätigkeit jüdischer Emigranten in der US-Armee während des Zweiten Weltkriegs zu sehen.

Kommentierte Lesung: Heyms frühe Gedichte
28. April 2015

Dr. Ulrike Uhlig, Elke Beer, Viola Hennig und Michael Müller stellen in einer kommentierten Lesung in Schwarzenberg Stefan Heyms frühe Gedichte vor. Die Lesung „Ich aber ging über die Grenze“ aus dem gleichnamigen, 2013 erschienen Gedichtband ist Auftakt einer Veranstaltungsreihe „70 Jahre unbesetzt“, mit der die Erzgebirgsstadt an das Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 erinnert. Die Gegend um Schwarzenberg war nach dem Sieg der Alliierten für mehrere Wochen unbesetzt geblieben. Diese historische Episode verarbeitete Stefan Heym später in seinem Roman Schwarzenberg“ (1984). Musikalische Intermezzi steuerte Luise Egermann (Beierfeld) am Flügel bei.

Musikalische Lesung: Erinnerungen an Stephan Hermlin
24. März 2015

Zu Gast in dem Gymnasium, das einst Stephan Hermlin und Stefan Heym besuchten: Andreij Hermlin ist am 24. März in einer musikalischen Lesung zu erleben. Foto: G. U. Hauth

Andrej Hermlin. Foto: G. U. Hauth

Anlässlich des bevorstehenden 100. Geburtstags Stephan Hermlins erinnern die Internationale Stefan-Heym-Gesellschaft und das Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium Chemnitz an Leben und Werk des 1915 geborenen Dichters und Schriftstellers. Vor gut 100 Zuhörern liest sein Sohn, der Musiker und Orchesterchef Andrej Hermlin, in der Aula jener Schule, die sein Vater und auch Stefan Heym einst besuchten, aus dem Prosaband „Abendlicht“ sowie seinen eigenen Erinnerungen („My Way“). Mitglieder von Hermlins Swing Dance Orchestra sorgen für musikalische Unterhaltung. Die Lesung ist eine von zwei größeren Veranstaltungen, mit denen in Hermlins Geburtsstadt an den 1997 verstorbenen Autor gedacht wird.

Szenische Lesung: „Stefan Heym – Einer, der nie schwieg“
3. Oktober 2014

Luise Oppermann, Hartwig Albiro, Inge Heym und Dr. Ulrike Uhlig (von links). Foto: Henry Kreul

Luise Oppermann, Hartwig Albiro, Inge Heym und Dr. Ulrike Uhlig (von links). Foto: Henry Kreul

Zur Erinnerung an die friedliche Revolution in der DDR im Herbst 1989 präsentiert die Internationale Stefan-Heym-Gesellschaft in Zusammenarbeit mit der Stadt Chemnitz und den Städtischen Theatern Chemnitz eine szenische Lesung zu Leben und Werk Stefan Heyms. Mitwirkende sind Inge Heym, der langjährige Chemnitzer Schauspieldirektor Hartwig Albiro, die Schauspielerin Elvira Grecki, die Vorstandsvorsitzende der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft Dr. Ulrike Uhlig sowie Luise Oppermann und Jan-Sebastian Biesewig, Schüler des Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasiums Chemnitz, des einstigen Staatsgymnasiums, das bis Herbst 1931 Stefan Heym (damals noch Helmut Flieg) besuchte. Das Textbuch von Franz Sodann hatte Dramaturg René Schmidt eigens für den Abend bearbeitet. Die Veranstaltung war bereits kurze Zeit nach den ersten Ankündigungen ausverkauft.

Exkursion: Zu Besuch in der Peter-Sodann-Bibliothek Staucha
16. Mai 2014

Peter Sodann im Gespräch mit Teilnehmern der Exkursion.

Peter Sodann im Gespräch mit Teilnehmern der Exkursion. Foto: Henry Kreul

Seit dem Jahr 2010 befasst sich der Schauspieler Peter Sodann auf dem Gelände eines einstigen Ritterguts in Staucha (Sachsen) mit dem Aufbau einer Bibliothek sämtlicher Bücher, die von 1945 bis 1989/90 in der DDR und der Sowjetischen Besatzungszone erschienen sind. Mehrere hunderttausend Bände sind dort bereits nach Verlagen geordnet, erfasst und katalogisiert. Ein Vielfaches umfassen die noch ungeordneten Bestände, die derzeit in einem Depot lagern. Der einstige „Tatort“-Kommissar führt die Teilnehmer der gemeinsam mit der Volkshochschule veranstalteten Exkursion durch die in einem ausgebauten ehemaligen Kuhstall eingerichtete Bibliothek und das in einer Scheune eingerichtete Lager. Heiteres und Nachdenkliches aus seinem Leben als Schauspieler und „betender Kommunist“ bietet eine Lesung im Lesetheater, das ebenfalls zu dem Komplex gehört.

An besonderem Ort: Inge Heym liest frühe Gedichte an Heyms Gymnasium
15. Mai 2014

Inge Heym (rechts) mit Dr. ulrike uhlig, Vorstandsvorsitzende der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft. Foto: Kerstin Orantek

Inge Heym (rechts) nach der Lesung mit Dr. Ulrike Uhlig, Vorstandsvorsitzende der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft. Foto: Kerstin Orantek

In einer kommentierten Lesung am Chemnitzer Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium – dem früheren Staatsgymnasium, das Stefan Heym von 1923 bis 1931 besuchte –  stellen Inge Heym, Dr. Ulrike Uhlig und Michael Müller einige seiner frühen Gedichte aus dem 2013 erschienenen Band „Ich aber ging über die Grenze“ vor. Vor rund 100 Gästen unternehmen sie dabei den Versuch einer biografischen Annäherung an den jungen Stefan Heym und dessen Zeit in Chemnitz, Berlin, Prag und Chicago. „Mir war es wie ein Traum und für Stefan wäre es eine Genugtuung und Bestätigung seines Lebens gewesen“, sagte Inge Heym. „Ich weiß nun, dass es richtig war, diese alten Gedichte herauszugeben.“


Musikalische Lesung: Carmen-Maja Antoni eröffnet Festival „Leselust“
1. April 2014

Carmen-Maja Antoni

Carmen-Maja Antoni bei ihrer Stefan-Heym-Lesung am 1. April 2014 in Chemnitz. Foto: Uwe Hastreiter

Mit einer Lesung aus ausgewählten Texten Stefan Heyms eröffnet die Internationale Stefan-Heym-Gesellschaft das Chemnitzer Literaturfestival „Leselust“. Schauspielerin Carmen-Maja Antoni vom Berliner Ensemble präsentiert neben populären Texten wie „Immer sind die Weiber weg“ und „Altersweisheit“ auch weniger bekannte Stücke Heyms, darunter die unterhaltsame Erzählung „Don Juans Himmelfahrt“ aus den Jahren der Emigration in Prag und frühe Gedichte. Musikalisch begleitet wird die vom Publikum begeistert aufgenommene Veranstaltung vom Filmkomponisten Peter Gotthardt am Klavier und der Violinistin Barbara Sadowski.


Kommentierte Lesung: Der Ahasver-Mythos
28. November 2013

Lasen aus verschiedenen Ahasver-Texten: Professor Dr. Gunnar Och (links) und Dr. Christoph Grube.

Lasen aus verschiedenen Ahasver-Texten: Professor Dr. Gunnar Och (links) und Dr. Christoph Grube.

Unter dem Titel „Stefan Heyms Ahasver und die Geschichte vom ewigen Juden“ stellt Professor Dr. Gunnar Och von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg den jahrhundertealten Mythos und den darauf basierenden Roman „Ahasver“ von Stefan Heym vor. Belebt und ergänzt wird die kurzweilige literaturwissenschaftliche Darstellung von Textausschnitten, gelesen von Dr. Christoph Grube, ausgebildeter Hörbuchsprecher und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur Neuere Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaft der TU Chemnitz. Die Geschichte vom Juden Ahasver, der Jesus auf seinem Leidensweg verspottet und dafür zur ewigen Wanderschaft durch die Welt verflucht wird, reiche bis ins 13. Jahrhundert zurück, so Prof. Och. Immer wieder beschäftigten sich auch jüdische Autoren von Heinrich Heine bis Jakob Wassermann mit dem Stoff. Dabei wandelte sich das christliche Feindbild zu einer Symbolfigur des Judentums.

Stefan-Heym-Gespräch: Joachim Walther
10. Oktober 2013

Wenige Tage nach seinem 70. Geburtstag liest Joachim Walther auf Einladung der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft aus seinen Romanen „Himmelsbrück“ (2009) und „Risse im Eis“ (1989) sowie aus einem Essay, das er aus Anlass des 80. Geburtstags Heyms 1993 in der Wochenzeitung „Freitag“ veröffentlicht hatte. Im Gespräch mit Bernd Ruscher schildert er seine bisweilen auch kritische Sicht auf Stefan Heym, den er in den 1970er-Jahren kennengelernt hatte. Über den Ausschluss Heyms und weiterer Autoren aus dem Schriftstellerverband der DDR im Jahr 1979 war in den 1990er-Jahren unter dem Titel „Protokoll eines Tribunals“ ein maßgeblich von Joachim Walther initiierter Dokumentationsband erschienen.

Exkursion: Auf den Spuren der „Freien Republik Schwarzenberg“
27. April 2013

130427 Exkursion Schwarzenberg Rathaus

Während der Feierstunde im Schwarzenberger Rathaus. Foto: Katrin Hübner / Stadt Schwarzenberg

Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb die Erzgebirgsstadt Schwarzenberg 42 Tage lang unbesetzt. Engagierte Bürger nehmen die Macht in die eigenen Hände. 1984 machte Stefan Heym daraus einen Roman, der in der DDR nicht erscheinen durfte. Im Jahr seines 100. Geburtstages begeben sich die Teilnehmer der in Kooperation mit der Volkshochschule Chemnitz veranstalteten Exkursion auf eine Spurensuche. Im Schwarzenberger Rathaus nehmen sie teil an der Feierstunde der Stadt zu Ehren Heyms mit Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer (CDU); im Atelier des Künstlers Jörg Beier werden sie mit dem Kunst- und Kulturprojekt „Freie Republik Schwarzenberg“ bekannt gemacht, für das Heyms Roman den Anstoß gab. Der unangepasste Diplomdesigner, Holzbildhauer, Kneipen- und Galerieleiter bemüht sich seit Jahren gemeinsam mit Künstlerkollegen darum, dass die unbesetzte Zeit nicht in Vergessenheit gerät. Die kontroverse Debatte um die „Freie Republik“ beleuchtet die MDR-Dokumentation „Der Fall Schwarzenberg“ (2005), die Anregungen für weitere Diskussionen über den Umgang mit diesem Kapitel Geschichte liefert.

Musikalische Lesung: Annekathrin Bürger
9. April 2013

130409 Villa Esche Annekathrin Buerger

Annekathrin Bürger liest am Vorabend von Stefan Heyms 100. Geburtstag. Foto: Gerd Hennig

Am Vorabend des 100. Geburtstages Stefan Heyms präsentieren die Schauspielerin Annekathrin Bürger und der Pianist Fred Symann in der ausverkauften Villa Esche zu Chemnitz ein musikalisch-literarisches Programm, dessen Schwerpunkt Heyms Bücher „Filz“ und „Auf Sand gebaut“ mit Texten zur Wende in der DDR 1989/90 und zur deutschen Wiedervereinigung bilden. Die Veranstaltung ist zugleich feierlicher Auftakt der 2. Internationalen Stefan-Heym-Konferenz, die an den folgenden Tagen in Chemnitz stattfindet.


Film-Matinee: „Schwarzenberg“

7. April 2013

130407 Film Schwarzenberg

Szenenfoto: Wolfram (Max Tidof) und Paula (Silke Dornow).

Innerhalb des Begleitprogramms zur 2. Stefan-Heym-Konferenz präsentiert die Internationale Stefan-Heym-Gesellschaft den zweiteiligen Fernsehfilm „Schwarzenberg“ im Kino. Der Streifen entstand Ende der 1980er-Jahre nach dem gleichnamigen Roman Stefan Heyms in der Regie von Eberhard Itzenplitz. Nach der Erstausstrahlung im Herbst 1989 war der Film kaum wieder zu sehen. Die in Zusammenarbeit mit dem Schwarzenberger Künstler Jörg Beier organisierte Veranstaltung sorgt im Chemnitzer Kulturzentrum „Weltecho“ für einen nahezu ausverkauften Saal.

Kabinettausstellung: „Vom ersten Gedicht zum ersten Roman“
Februar bis April 2013

130228 Ausstellung StB Chemnitz

Foto: Claudia Marx / Stadtbibliothek Chemnitz

Unter dem Titel „Vom ersten Gedicht zum ersten Roman“ zeigt die Internationale Stefan-Heym-Gesellschaft eine Kabinettausstellung. Anhand seltener Originalausgaben, zeitgenössischer Dokumente, Reprints und Schautafeln versucht die Präsentation die literarischen und publizistischen Anfänge Stefan Heyms in den Jahren 1930 bis 1942 nachzuzeichnen. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit Stadtbibliothek und Stadtarchiv Chemnitz und über acht Wochen hinweg im Chemnitzer Kulturkaufhaus „Das Tietz“, dem Tagungsort der 2. Stefan-Heym-Konferenz, zu sehen.

Lesemarathon: Chemnitz liest Heym
28. Februar 2013

Chemnitz liest Heym: Auch ein Schaufenster der Galeria Kaufhof am Markt diente als Lesebühne. Foto: Uwe Hastreiter / Stadtbibliothek Chemnitz

Mit einem zwölfstündigen Lesemarathon „Chemnitz liest Heym“ erinnert die Stadt an ihren Ehrenbürger, dessen Geburtstag sich 2013 zum 100. Mal jährt. An rund zwanzig Orten im gesamten Stadtgebiet lesen Schriftsteller, Kulturschaffende und Mitglieder der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft öffentlich Ausschnitte aus seinen Werken. Mitwirkende sind unter anderen Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig, die frühere PDS-Bundestagsabgeordnete und Kulturbürgermeisterin Heidemarie Lüth, die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Ruth Röcher, Utz Rachowski, Studenten der TU Chemnitz sowie Schüler des Gymnasiums, das der junge Stefan Heym besuchte. Zu den Veranstaltungsorten zählen unter anderen die Jakobikirche, die Galeria Kaufhof, die Stadtbibliothek und eine Straßenbahn.

Stefan-Heym-Gespräch: „Der König-David-Bericht“
18. Oktober 2012

Von links: Professor Wolfgang Emmerich, Professor Bernadette Malinowski (Moderation) und Marion Kahnemann.

Vierzig Jahre nach dem Erscheinen von Stefan Heyms Roman „Der König-David-Bericht“ begeben sich der Bremer Literaturwissenschaftler Professor Wolfgang Emmerich und die Dresdner Judaistin Marion Kahnemann vor rund 100 Gästen auf eine Spurensuche, die vom Alten Testament bis in die 1970er-Jahre in der DDR reicht. Emmerich bezeichnet den „König-David-Bericht“ als „das Schärfste“, was an kritischer Literatur in der DDR geschrieben und veröffentlich worden sei. Vordergründig eine fiktionale Darstellung der Zeit um 1000 v. Chr., entwickle der Stoff mit seinen Analogien zu anderen geschichtlichen Epochen und zur Gegenwart sowie durch Heyms Anspielungen auf den Stalinismus einen mehrfachen Schriftsinn. Der Anstoß für Stefan Heyms Beschäftigung mit der Figur des König David – die offenkundigen Widersprüche in der überlieferten David-Geschichte – erscheine aus jüdischer Sicht allerdings nicht zwingend problematisch, so Marion Kahnemann. Chronologische Abläufe stünden meist nicht im Mittelpunkt des Interesses der Rabbiner.

Lesung: „Eine kurze Kindheit in Agram“ mit Heym-Preisträger Bora Ćosić
13. April 2012

Foto: Bogdan Pedović / Schöffling & Co.

Mit einer Lesung von Bora Ćosić, (Foto) dem Preisträger des Internationalen Stefan-Heym-Preises 2011, werden die Chemnitzer Literaturtage „Leselust 2012“ eröffnet. Ćosić stellt seinen Band „Eine kurze Kindheit in Agram“ vor, der im vorangegangenen Jahr im Verlag Schöffling & Co. erschienen ist. Den deutschen Text liest Schauspielerin Muriel Wenger, das anschließende Gespräch übersetzt die kroatische Journalistin Lidija Klasić.

Premiere: Neue Veranstaltungsreihe
Stefan-Heym-Gespräche“
22. September 2011

Mit einem musikalisch-literarischen Programm in dem Chemnitzer Jugendstil-Ensemble Villa Esche erlebt die Veranstaltungsreihe „Stefan-Heym-Gespräche“ ihre Premiere. Hartwig Albiro, Schauspieldirektor a. D., und Schauspieler Klaus Schleiff lesen Heiteres, Besinnliches und Provokantes aus Kurzgeschichten und Essays Stefan Heyms, darunter zwei seiner „Märchen für kluge Kinder“ und den kurz vor Heyms Tod entstandenen Text „Postskript“. Das Trio Quijote (Foto) umrahmt das Programm musikalisch. Zu den rund 80 Gästen der Veranstaltung zählen Inge Heym und Carl Weber, emeritierter Professor für Regie und Dramaturgie an der Universität Stanford, Kalifornien.

Stefan-Heym-Konferenz 2011
1. bis 3. Juli 2011

Fritz Pleitgen, Inge Heym, Wolfgang Emmerich, Peter Hutchinson, Michael Hametner (v.l.n.r.). Foto: Hennig

Im zehnten Jahr seit dem Tod Stefan Heyms beschäftigte sich erstmals eine wissenschaftliche Konferenz mit Aspekten seines Lebens und Werkes. Die Tagung fand unter der Schirmherrschaft des Journalisten und früheren Intendanten des Westdeutschen Rundfunks Fritz Pleitgen vom 1. bis 3. Juli 2011 in Chemnitz statt. Die für alle Interessierten offene Konferenz sollte dazu dienen, die Beschäftigung mit Stefan Heyms Leben und Werk lebendig zu halten und neu anzuregen. Begleitet wurde die Konferenz von einem facettenreichen Rahmenprogramm, um Heyms literarisches Schaffen und publizistisches Wirken einem breiten Publikum näher zu bringen.

Referenten und Themen: Prof. Dr. Dr. Peter Hutchinson, Cambridge: Die Spuren von Chemnitz in Heyms Romanen und in seiner Publizistik, Dr. John Heath, Wien: Große Umbrüche: Eine stilistische Wasserscheide, Prof. Dr. Cecile Sandten, Chemnitz: Stefan Heyms Exil-Romane (Präsentation), Prof. Dr. Wolfgang Emmerich, Bremen: Höflinge, Narren, Chronisten, Propheten – Schriftsteller als literarische Figuren bei Stefan Heym und anderen DDR-Autoren, Dr. Igor Khramow, Orenburg: Rezeption des literarischen Werks Stefan Heyms in Russland, Christian Staufenbiel, Cambridge: Der Stefan-Heym-Nachlass in der Universitätsbibliothek Cambridge, Inge Heym, Berlin: „Ich aber ging über die Grenze“ Frühe Gedichte Stefan Heyms. Das gesamte Programm als PDF.

Rundgang: Die Gräber von Stefan Heyms Vorfahren
29. Mai 2011

Die Gräber von Stefan Heyms Vorfahren stehen im Mittelpunkt einer thematischen Führung über den jüdischen Friedhof in Chemnitz. Dr. Jürgen Nitsche, Historiker und profunder Kenner der Geschichte der Chemnitzer Juden, erläutert den etwa 40 Teilnehmern an den jeweiligen Grabstellen die Lebenswege von Heyms Urgroßeltern Bernhard und Elise Eisenberg, seiner Großmutter Jenny Primo und seinem Vater Daniel Flieg, der bis zu seiner Umbettung auf den jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee ebenfalls in Chemnitz bestattet war. Er zitiert dabei auch aus Stefan Heyms Autobiografie „Nachruf“. Dort beschreibt Heym im 17. Kapitel, wie er kurz nach Kriegsende auf dem Friedhof vergeblich nach seines Vaters Grab suchte. Der Jüdischen Gemeinde Chemnitz wird nach der Veranstaltung eine Spende der Teilnehmer des Rundgangs für den Erhalt des Friedhofes übergeben.

Online: Die Stefan-Heym-Sammlung
23. November 2010

Im Rahmen einer Veranstaltung in der Stadtbibliothek Chemnitz wird das Internet-Portal der Stefan-Heym-Sammlung freigeschaltet. Die Datenbank liefert einen umfassenden Überblick zu Leben und Werk des Schriftstellers. Unterstützt von der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft wurde sie gemeinsam von der Stadtbibliothek und der Universitätsbibliothek der Technischen Universität Chemnitz entwickelt. Kernbestand ist eine umfangreiche Bibliografie zu Büchern, Texten, Reden, Theaterstücken und Hörspielen Heyms sowie der Sekundärliteratur. Fachleute und Nutzer sind eingeladen, an der Weiterentwicklung mitzuarbeiten.

Spurensuche: Stefan Heym und seine Familie
14. Juni 2010

Der promovierte Historiker Jürgen Nitsche (Foto) beleuchtet in einem Vortrag die Familiengeschichte Heyms vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Judenverfolgung. Dabei greift er zurück auf zeitgenössisches Bildmaterial, die Ergebnisse jahrelanger Recherchen sowie auf Interviews mit Verwandten Stefan Heyms und deren Nachfahren in aller Welt.

Dr. Jürgen Nitsche beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Geschichte der Juden in Sachsen. Er ist Mitherausgeber des Buches „Juden in Chemnitz“, einer umfangreichen Dokumentation zur Geschichte der Jüdischen Gemeinde und ihrer Mitglieder.

Stolpersteine: Gedenken an verfolgte Angehörige Heyms
12. Juni 2010

Im Rahmen des deutschlandweiten Projekts des Kölner Bildhauers Gunter Demnig werden in Zusammenarbeit mit der Stadt Chemnitz und dem Stadtverband der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten auf dem Chemnitzer Kaßberg drei „Stolpersteine“ in Gedenken an Familienmitglieder Stefan Heyms verlegt, die während der Nazi-Herrschaft ums Leben kamen. Ein Stein erinnert an Heyms Vater Daniel Flieg (Gerhart-Hauptmann-Platz 13), zwei weitere an seinen Onkel Hans Hartmann und dessen Frau Regina Hartmann (Hübschmannstraße 26). Mitglieder der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft haben die Patenschaft für die Herstellung und Verlegung der Stolpersteine übernommen.

Zeuge des Jahrhunderts: Dirk Sager über Stefan Heym
9. April 2010

Dirk Sager (Jahrgang 1940) zählt zu den renommiertesten deutschen Fernsehjournalisten. Als ZDF-Korrespondent in der DDR und späterer Leiter der Redaktion des Polit-Magazins „Kennzeichen D“ zählt er zu den ausgewiesenen Kennern der damaligen Verhältnisse in Ostdeutschland. Im Frühjahr 1986 führte er für die Sendereihe „Zeugen der Jahrhunderts“ ein ausführliches Gespräch mit Stefan Heym, dessen Inhalt später auch als Buch erschienen ist. In einem Vortrag erinnert sich Sager an seine persönlichen Begegnungen mit dem Schriftsteller.

Dirk Sager erhielt zahlreiche Preise, zuletzt im Jahr 2002 den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus, einen der bedeutendsten deutschen Medienpreise.

Die ersten Gedichte: Heyms Debüt vor 80 Jahren
23. Februar 2010

Im Februar 1930 druckte die Chemnitzer sozialdemokratische Tageszeitung „Volksstimme“ ein Gedicht mit dem Titel „Nie wieder Krieg!“. Verfasser: Helmut Flieg,
16 Jahre. Die Verse gelten als die früheste Veröffentlichung des späteren Schriftstellers Stefan Heym. Im einstigen Druck- und Verlagshaus der „Volksstimme“ erinnert
Michael Müller an die weithin unbekannte früheste Schaffensperiode des Autors, präsentierte jüngste Ergebnisse der Forschung und bislang unbekannte Veröffentlichungen aus den frühen 1930er-Jahren.

Michael Müller gehört dem Programmbeirat der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft an und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Heyms Leben.

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