Lesemarathon: Chemnitz liest Heym
28. Februar 2013

Chemnitz liest Heym: Auch ein Schaufenster der Galeria Kaufhof am Markt diente als Lesebühne. Foto: Uwe Hastreiter / Stadtbibliothek Chemnitz
Mit einem zwölfstündigen Lesemarathon „Chemnitz liest Heym“ erinnert die Stadt an ihren Ehrenbürger, dessen Geburtstag sich 2013 zum 100. Mal jährt. An rund zwanzig Orten im gesamten Stadtgebiet lesen Schriftsteller, Kulturschaffende und Mitglieder der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft öffentlich Ausschnitte aus seinen Werken. Mitwirkende sind unter anderen Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig, die frühere PDS-Bundestagsabgeordnete und Kulturbürgermeisterin Heidemarie Lüth, die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Ruth Röcher, Utz Rachowski, Studenten der TU Chemnitz sowie Schüler des Gymnasiums, das der junge Stefan Heym besuchte. Zu den Veranstaltungsorten zählen unter anderen die Jakobikirche, die Galeria Kaufhof, die Stadtbibliothek und eine Straßenbahn.
Stefan-Heym-Gespräch: „Der König-David-Bericht“
18. Oktober 2012

Von links: Professor Wolfgang Emmerich, Professor Bernadette Malinowski (Moderation) und Marion Kahnemann.
Vierzig Jahre nach dem Erscheinen von Stefan Heyms Roman „Der König-David-Bericht“ begeben sich der Bremer Literaturwissenschaftler Professor Wolfgang Emmerich und die Dresdner Judaistin Marion Kahnemann vor rund 100 Gästen auf eine Spurensuche, die vom Alten Testament bis in die 1970er-Jahre in der DDR reicht. Emmerich bezeichnet den „König-David-Bericht“ als „das Schärfste“, was an kritischer Literatur in der DDR geschrieben und veröffentlich worden sei. Vordergründig eine fiktionale Darstellung der Zeit um 1000 v. Chr., entwickle der Stoff mit seinen Analogien zu anderen geschichtlichen Epochen und zur Gegenwart sowie durch Heyms Anspielungen auf den Stalinismus einen mehrfachen Schriftsinn. Der Anstoß für Stefan Heyms Beschäftigung mit der Figur des König David – die offenkundigen Widersprüche in der überlieferten David-Geschichte – erscheine aus jüdischer Sicht allerdings nicht zwingend problematisch, so Marion Kahnemann. Chronologische Abläufe stünden meist nicht im Mittelpunkt des Interesses der Rabbiner.
Lesung: „Eine kurze Kindheit in Agram“ mit Heym-Preisträger Bora Ćosić
13. April 2012

Foto: Bogdan Pedović / Schöffling & Co.
Mit einer Lesung von Bora Ćosić, (Foto) dem Preisträger des Internationalen Stefan-Heym-Preises 2011, werden die Chemnitzer Literaturtage „Leselust 2012“ eröffnet. Ćosić stellt seinen Band „Eine kurze Kindheit in Agram“ vor, der im vorangegangenen Jahr im Verlag Schöffling & Co. erschienen ist. Den deutschen Text liest Schauspielerin Muriel Wenger, das anschließende Gespräch übersetzt die kroatische Journalistin Lidija Klasić.
Premiere: Neue Veranstaltungsreihe
„Stefan-Heym-Gespräche“
22. September 2011
Mit einem musikalisch-literarischen Programm in dem Chemnitzer Jugendstil-Ensemble Villa Esche erlebt die Veranstaltungsreihe „Stefan-Heym-Gespräche“ ihre Premiere. Hartwig Albiro, Schauspieldirektor a. D., und Schauspieler Klaus Schleiff lesen Heiteres, Besinnliches und Provokantes aus Kurzgeschichten und Essays Stefan Heyms, darunter zwei seiner „Märchen für kluge Kinder“ und den kurz vor Heyms Tod entstandenen Text „Postskript“. Das Trio Quijote (Foto) umrahmt das Programm musikalisch. Zu den rund 80 Gästen der Veranstaltung zählen Inge Heym und Carl Weber, emeritierter Professor für Regie und Dramaturgie an der Universität Stanford, Kalifornien.
Stefan-Heym-Konferenz 2011
1. bis 3. Juli 2011

Fritz Pleitgen, Inge Heym, Wolfgang Emmerich, Peter Hutchinson, Michael Hametner (v.l.n.r.). Foto: Hennig
Im zehnten Jahr seit dem Tod Stefan Heyms beschäftigte sich erstmals eine wissenschaftliche Konferenz mit Aspekten seines Lebens und Werkes. Die Tagung fand unter der Schirmherrschaft des Journalisten und früheren Intendanten des Westdeutschen Rundfunks Fritz Pleitgen vom 1. bis 3. Juli 2011 in Chemnitz statt. Die für alle Interessierten offene Konferenz sollte dazu dienen, die Beschäftigung mit Stefan Heyms Leben und Werk lebendig zu halten und neu anzuregen. Begleitet wurde die Konferenz von einem facettenreichen Rahmenprogramm, um Heyms literarisches Schaffen und publizistisches Wirken einem breiten Publikum näher zu bringen.
Referenten und Themen: Prof. Dr. Dr. Peter Hutchinson, Cambridge: Die Spuren von Chemnitz in Heyms Romanen und in seiner Publizistik, Dr. John Heath, Wien: Große Umbrüche: Eine stilistische Wasserscheide, Prof. Dr. Cecile Sandten, Chemnitz: Stefan Heyms Exil-Romane (Präsentation), Prof. Dr. Wolfgang Emmerich, Bremen: Höflinge, Narren, Chronisten, Propheten – Schriftsteller als literarische Figuren bei Stefan Heym und anderen DDR-Autoren, Dr. Igor Khramow, Orenburg: Rezeption des literarischen Werks Stefan Heyms in Russland, Christian Staufenbiel, Cambridge: Der Stefan-Heym-Nachlass in der Universitätsbibliothek Cambridge, Inge Heym, Berlin: „Ich aber ging über die Grenze“ Frühe Gedichte Stefan Heyms. Das gesamte Programm als PDF.
Rundgang: Die Gräber von Stefan Heyms Vorfahren
29. Mai 2011
Die Gräber von Stefan Heyms Vorfahren stehen im Mittelpunkt einer thematischen Führung über den jüdischen Friedhof in Chemnitz. Dr. Jürgen Nitsche, Historiker und profunder Kenner der Geschichte der Chemnitzer Juden, erläutert den etwa 40 Teilnehmern an den jeweiligen Grabstellen die Lebenswege von Heyms Urgroßeltern Bernhard und Elise Eisenberg, seiner Großmutter Jenny Primo und seinem Vater Daniel Flieg, der bis zu seiner Umbettung auf den jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee ebenfalls in Chemnitz bestattet war. Er zitiert dabei auch aus Stefan Heyms Autobiografie „Nachruf“. Dort beschreibt Heym im 17. Kapitel, wie er kurz nach Kriegsende auf dem Friedhof vergeblich nach seines Vaters Grab suchte. Der Jüdischen Gemeinde Chemnitz wird nach der Veranstaltung eine Spende der Teilnehmer des Rundgangs für den Erhalt des Friedhofes übergeben.
Online: Die Stefan-Heym-Sammlung
23. November 2010
Im Rahmen einer Veranstaltung in der Stadtbibliothek Chemnitz wird das Internet-Portal der Stefan-Heym-Sammlung freigeschaltet. Die Datenbank liefert einen umfassenden Überblick zu Leben und Werk des Schriftstellers. Unterstützt von der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft wurde sie gemeinsam von der Stadtbibliothek und der Universitätsbibliothek der Technischen Universität Chemnitz entwickelt. Kernbestand ist eine umfangreiche Bibliografie zu Büchern, Texten, Reden, Theaterstücken und Hörspielen Heyms sowie der Sekundärliteratur. Fachleute und Nutzer sind eingeladen, an der Weiterentwicklung mitzuarbeiten.
Spurensuche: Stefan Heym und seine Familie
14. Juni 2010
Der promovierte Historiker Jürgen Nitsche (Foto) beleuchtet in einem Vortrag die Familiengeschichte Heyms vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Judenverfolgung. Dabei greift er zurück auf zeitgenössisches Bildmaterial, die Ergebnisse jahrelanger Recherchen sowie auf Interviews mit Verwandten Stefan Heyms und deren Nachfahren in aller Welt.
Dr. Jürgen Nitsche beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Geschichte der Juden in Sachsen. Er ist Mitherausgeber des Buches „Juden in Chemnitz“, einer umfangreichen Dokumentation zur Geschichte der Jüdischen Gemeinde und ihrer Mitglieder.
Stolpersteine: Gedenken an verfolgte Angehörige Heyms
12. Juni 2010
Im Rahmen des deutschlandweiten Projekts des Kölner Bildhauers Gunter Demnig werden in Zusammenarbeit mit der Stadt Chemnitz und dem Stadtverband der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten auf dem Chemnitzer Kaßberg drei „Stolpersteine“ in Gedenken an Familienmitglieder Stefan Heyms verlegt, die während der Nazi-Herrschaft ums Leben kamen. Ein Stein erinnert an Heyms Vater Daniel Flieg (Gerhart-Hauptmann-Platz 13), zwei weitere an seinen Onkel Hans Hartmann und dessen Frau Regina Hartmann (Hübschmannstraße 26). Mitglieder der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft haben die Patenschaft für die Herstellung und Verlegung der Stolpersteine übernommen.
Zeuge des Jahrhunderts: Dirk Sager über Stefan Heym
9. April 2010
Dirk Sager (Jahrgang 1940) zählt zu den renommiertesten deutschen Fernsehjournalisten. Als ZDF-Korrespondent in der DDR und späterer Leiter der Redaktion des Polit-Magazins „Kennzeichen D“ zählt er zu den ausgewiesenen Kennern der damaligen Verhältnisse in Ostdeutschland. Im Frühjahr 1986 führte er für die Sendereihe „Zeugen der Jahrhunderts“ ein ausführliches Gespräch mit Stefan Heym, dessen Inhalt später auch als Buch erschienen ist. In einem Vortrag erinnert sich Sager an seine persönlichen Begegnungen mit dem Schriftsteller.
Dirk Sager erhielt zahlreiche Preise, zuletzt im Jahr 2002 den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus, einen der bedeutendsten deutschen Medienpreise.
Die ersten Gedichte: Heyms Debüt vor 80 Jahren
23. Februar 2010
Im Februar 1930 druckte die Chemnitzer sozialdemokratische Tageszeitung „Volksstimme“ ein Gedicht mit dem Titel „Nie wieder Krieg!“. Verfasser: Helmut Flieg,
16 Jahre. Die Verse gelten als die früheste Veröffentlichung des späteren Schriftstellers Stefan Heym. Im einstigen Druck- und Verlagshaus der „Volksstimme“ erinnert
Michael Müller an die weithin unbekannte früheste Schaffensperiode des Autors, präsentierte jüngste Ergebnisse der Forschung und bislang unbekannte Veröffentlichungen aus den frühen 1930er-Jahren.
Michael Müller gehört dem Programmbeirat der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft an und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Heyms Leben.