Zum Tod von Amos Oz

Amos Oz (1939-2018). Foto: Michiel Hendryckx / Wikimedia Commons

Amos Oz (1939-2018). Foto: Michiel Hendryckx / Wikimedia Commons

Im Gästehaus des Internationalen Kunst- und Kulturzentrums Mischkenot in Jerusalem hängen die Fotos von ihnen nebeneinander – Stefan Heym und Amos Oz. Heym starb Ende 2001 während eines Aufenthaltes in Israel. Amos Oz, weltbekannter Schriftsteller und als Israels „Stimme der Vernunft“ international geachtet, erlag nun Ende Dezember 2018 im Alter von 79 Jahren einem Krebsleiden.

Im Frühjahr 2008 war Oz als erster Preisträger mit dem Internationalen Stefan-Heym-Preis der Stadt Chemnitz ausgezeichnet worden. Der Preis wird von Heyms Geburtsstadt seither alle drei Jahre herausragenden Autoren und Publizisten verliehen, die sich wie Stefan Heym in ihrem Wirken als Persönlichkeiten erwiesen haben, die sich in gesellschaftliche wie politische Debatten einmischen, um für moralische Werte zu streiten.

„Beide – Stefan Heym und Amos Oz – sind gleichermaßen kritische Beobachter und politisch handelnde Bürger“, betonte die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig seinerzeit in ihrem Grußwort zur Preisverleihung. Wie Heym spiegele Oz die große Welt im Kleinen. „Sie schenken uns jene Erkenntnis, die unbedingte Voraussetzung der Wahrheit ist: Unsere Vergangenheit ist Teil unserer heutigen Identität.“

Die damalige Entscheidung der Jury, den erstmals verliehenen Preis Amos Oz zuzuerkennen, sei ihrer Überzeugung nach ganz im Sinne Stefan Heyms gewesen, sagte seine Frau Inge Heym nach Oz’ Tod rückblickend. „Er war ein sehr würdiger und hoch verdienter Preisträger.“ Dr. Ulrike Uhlig, Vorstandsvorsitzende der Internationalen-Stefan-Heym-Gesellschaft äußerte, mit Amos Oz sei eine unersetzliche literarische Stimme Israels verstummt. „Sein Roman Judas hat mich tief bewegt. Ich habe aus ihm sehr viel über das Verhältnis von Israelis und Palästinensern, über die Geschichte des Staates Israel und auch über jüdische Mentalität gelernt.“

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