Bundesverdienstkreuz für Igor Chramow

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Foto: M. Müller/Archiv

Dr. Igor Chramow (Foto), Übersetzer und Herausgeber mehrerer Werke Stefan Heyms in russischer Sprache, ist mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt worden. Die Auszeichnung nahm der deutsche Botschafter in Russland, Rüdiger von Fritsch, in der südrussischen Stadt Orenburg vor, in der Chramow lebt und arbeitet.

Mit Igor Chramow würdige die Bundesrepublik Deutschland einen Vertreter des russischen gesellschaftlichen Lebens, der sich in beispielhafter Weise um die Entwicklung der deutsch-russischen Kulturbeziehungen und um die Verständigung beider Völker verdient gemacht habe, heißt es zu Begründung. Durch seine Arbeit hätten zahlreiche Menschen in Russland erfahren, dass es auch in Deutschland Widerstand gegen den Nationalsozialismus gab.

Besondere Verdienste hat sich Chramow mit der Erforschung der russischen Wurzeln der deutschen Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ und der Lebensgeschichte von Alexander Schmorell erworben, eines ihrer Mitglieder. Mit großem persönlichem Einsatz machte er diesen Widerstandskämpfer, der in Deutschland häufig im Schatten der Geschwister Scholl steht, einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Mit der von ihm gegründeten Eurasia Stiftung sorgte Chramow zudem dafür, dass eine russische Version der Ausstellung „Weiße Rose – Studentischer Widerstand gegen Hitler. München 1942-43“ in bisher mehr als 35 Städten in Russland und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion gezeigt werden konnte.

Igor Chramow ist Mitglied der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft. Er verfasste mehrere Beiträge über Heym und dessen Rezeption in der Sowjetunion und Russland. In den zurückliegenden Jahren organisierte er in Russland die Herausgabe mehrerer Bücher Stefan Heyms und übertrug sie zum Teil selbst in die russische Sprache. Zuletzt erschienen unter seiner Regie Heyms Romane „Der König David Bericht“ und „Ahasver“ sowie die Sammelbände „Immer sind die Weiber weg“ und „Immer sind die Männer schuld“ mit heiteren Erzählungen.

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