Heyms Ausschluss aus dem DDR-Schriftstellerverband

Nach dem Tod des Schriftstellers Hermann Kant am 14. August wird in vielen Nachrufen dessen Funktion als Vorsitzender des Schriftstellerverbandes der DDR in den Jahren 1978 bis 1990 kritisch reflektiert. Erwähnung findet dabei zumeist der Ausschluss Stefan Heyms und acht weiterer namhafter Autoren aus dem Verband im Frühjahr 1979. Kant war daran maßgeblich beteiligt.

Stefan Heym verteidigte sich seinerzeit in einer couragierten Rede vor einer Versammlung Ostberliner Schriftsteller gegen die gegen ihn erhobenen Vorwürfe und Verleumdungen, wonach sein Roman „Collin“, der nur in der Bundesrepublik erscheinen konnte, antikommunistisch sei und er sich „konspirativ“ mit westdeutschen Journalisten getroffen habe. Entschieden wandte sich Heym dabei gegen die von Zensur und Willkür geprägte Praxis im Presse- und Literaturbetrieb der DDR, dem seiner Meinung nach eigentlichen Kern der Auseinandersetzung. „Es ist leider so“, sagte er, „dass gewisse Probleme, die uns hier betreffen, in unseren Medien nicht debattiert werden und dass gewisse Bücher von unseren Verlagen nicht veröffentlicht werden. Obwohl der Artikel 27 der Verfassung allen Bürgern, also auch Schriftstellern, das Recht auf freie Meinungsäußerung zusichert, gilt nur eine Meinung bei uns.“

Nach der friedlichen Revolution 1989 wählte der Schriftstellerverband der DDR Stefan Heym auf einem außerordentlichen Kongress im März 1990 zu seinem Ehrenvorsitzenden.

Lesetipp: Die Rede Heyms vom 7. Juni 1979 ist in dem Sammelband „Wege und Umwege“ enthalten, einer Sammlung streitbarer Schriften Stefan Heyms aus fünf Jahrzehnten. Das Protokoll der Versammlung des Berliner Schriftstellerverbandes wurde von Joachim Walther und anderen 1991 unter dem Titel  „Protokoll eines Tribunals“ im Rowohlt Taschenbuch Verlag herausgegeben.

Stefan Heym und der Spanische Bürgerkrieg

Ausgabe der Zeitschrift „Das Wort“, in der 1937 Stefan Heyms politische Gedichte zum Spanischen Bürgerkrieg erschienen. Foto: M. Müller/Archiv

Ausgabe der Zeitschrift „Das Wort“, in der 1937 Stefan Heyms politische Gedichte zum Spanischen Bürgerkrieg erschienen. Foto: Archiv

Mit einem Militärputsch unter General Francisco Franco begann vor 80 Jahren, im Sommer 1936, der Spanische Bürgerkrieg. Zehntausende Freiwillige aus aller Welt kämpften an vorderster Front für die Verteidigung der Republik; viele Intellektuelle, Künstler und Dichter initiierten und unterstützten Solidaritätsaktionen. Zu ihnen gehörte der junge Stefan Heym, der zu jener Zeit als politischer Flüchtling in den USA lebt. Ab Anfang 1937 ist er in New York als verantwortlicher Redakteur des von Kommunisten kontrollierten Wochenblatts „Deutsches Volksecho“ tätig. Die Zeitung berichtet ausführlich über die Ereignisse in Spanien, ruft zu Spenden auf, organisiert und begleitet Solidaritätskundgebungen. Im Frühjahr 1937 veröffentlicht Heym in der in Moskau erscheinenden Literaturzeitschrift „Das Wort“ vier politische Gedichte zum Spanischen Bürgerkrieg. Jahrzehnte später greift er das Thema noch einmal in seinem Roman „Collin“ auf, in dem er deutlich wie nie zuvor mit dem Stalinismus abrechnet. Die entsprechenden Passagen basieren im Wesentlichen auf den damals noch unveröffentlichten Erinnerungen des in der DDR in einem Schauprozess verurteilten Verlegers Walter Janka, der als junger Mann in den Reihen der Internationalen Brigaden gekämpft hatte.

Satzung für Internationalen Stefan-Heym-Preis geändert

Zuletzt wurde der Internationale Stefan-Heym-Preis anlässlcih von Heyms 100. Geburtstag 2013 an Christoph Hein verliehen.

Zuletzt wurde der Internationale Stefan-Heym-Preis anlässlich von Heyms 100. Geburtstag 2013 an Christoph Hein verliehen. Foto: Gerd Hennig

Der Internationale Stefan-Heym-Preis der Stadt Chemnitz für Literatur und Publizistik wird künftig nach einer geänderten Satzung vergeben. Das hat der Stadtrat von Heyms Geburtsstadt mit großer Mehrheit beschlossen. Der Preis wird demnach zukünftig mit 20.000 Euro dotiert sein. Darüber hinaus werden 20.000 Euro an Projekte und Initiativen in den Bereichen Forschung und Nachlasspflege, für Stipendien und zur Unterstützung von Schülerprojekten vergeben, die sich in besonderer Weise mit dem Leben und Werk Stefan Heyms beschäftigen. Zur Begründung hieß es, die Erfahrungen der ersten drei Preisverleihungen hätten gezeigt, dass zusätzlich zur Würdigung zeitkritischer und couragierter Schriftsteller und Publizisten mit dem internationalen Literaturpreis begleitende Initiativen, Forschungen und Projekte von Schülern bzw. Studierenden förderwürdig und unterstützenswert seien.

Der Internationale Stefan-Heym-Preis der Stadt Chemnitz wird im Gedenken an den Sohn und Ehrenbürger der Stadt zeitkritischen und couragierten Persönlichkeiten zuerkannt, die wie Stefan Heym als Schriftsteller oder Publizisten herausragende und nachhaltig wirkende Leistungen erbracht haben. Er war bislang mit 40.000 Euro Preisgeld dotiert. Bisherige Preisträger sind Amos Oz (2008), Bora Ćosić (2011) und Christoph Hein (2013). Die nächste Preisverleihung ist für 2017 vorgesehen. Über die Vergabe des Internationalen Stefan-Heym-Preises und die Unterstützung zusätzlicher Maßnahmen entscheidet ein Kuratorium. Schirmherrin des Kuratoriums ist Inge Heym.

Böhmermann, Erdogan und Heyms „Schmähschrift“

Ausgabe des Buchverlages Der Morgen, in dem Stefan Heyms Buch "Die Schmähschrift oder Königin gegen Defoe" 19xx erstmals auch in der DDR erschien.

Aus einer 1978 erschienenen, mit Illustrationen von Horst Hussel versehenen Ausgabe des Verlages Der Morgen.

In der aktuellen Diskussion um das Schmähgedicht des TV-Moderators und Satirikers Jan Böhmermann über den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan schrieb der Autor, Umweltaktivist und Kreisrat des Landkreises Weilheim-Schongau (Oberbayern), Hans Schütz, folgenden Leserbrief an die „Süddeutsche Zeitung“ und die örtliche Lokalausgabe des „Münchner Merkur“:

„Was darf Satire? Wo sind die Grenzen zwischen Satire und Schmähkritik? Diese Fragen werden zur Zeit wieder einmal heftig diskutiert. Nach Kurt Tucholsky darf Satire bekanntlich alles, nach den Vorstellungen so mancher Potentaten und Autokraten so gut wie nichts, zumindest dann, wenn es um sie selbst geht. Im Zusammenhang mit der angesprochenen öffentlichen Debatte möchte ich an ein kleines Büchlein von Stefan Heym erinnern: Die Schmähschrift oder Königin gegen Defoe. Eine besonders vergnügliche und aufschlussreiche Lektüre gerade im Hinblick auf die derzeit so aufgeregt geführte öffentliche Auseinandersetzung! Überhaupt: Stefan Heym – für mich einer der ganz Großen der deutschsprachigen Literatur – findet leider viel zu wenig Beachtung. Ich denke da zum Beispiel an das Buch Der König David Bericht das, ebenfalls hochaktuell, den Konflikt zwischen objektiver Geschichtsschreibung und Hofberichterstattung so trefflich thematisiert.“

Anmerkung: Stefan Heym, dessen eigenes Leben durch die Folgen der Veröffentlichung eines satirischen Gedichts bereits früh nachhaltig geprägt worden war, verarbeitete in „Die Schmähschrift oder Königin gegen Defoe“ historisch belegte Vorgänge um den englischen Autor Daniel Defoe. Der vor allem als Verfasser des Abenteuerromans „Robinson Crusoe“ bekannte Schriftsteller hatte im frühen 18. Jahrhundert mit einem satirischen Pamphlet die Obrigkeit gegen sich aufgebracht, wurde verfolgt und an den Pranger gestellt. Doch das Volk solidarisierte sich mit ihm – sehr zum Verdruss der Machthaber. Stefan Heyms von vielen Kritikern gelobte „Schmähschrift“ ist in dem Band „Gesammelte Erzählungen“ der btb-Werksausgabe enthalten.

Theater in Israel zeigt „Der König David Bericht“

Der Koenig David Bericht von Stefan HeymEin neu entwickeltes Bühnenstück nach Stefan Heyms Roman „Der König David Bericht“ ist in den kommenden Wochen in Israel zu sehen. Die Inszenierung des israelischen Schriftstellers, Bühnenautors und Über­setzers Roy Chen (Jahrgang 1980) hat an Heyms 103. Geburtstag am 10. April im Gesher Theater in Jaffa Premiere. An den darauf folgenden Tagen sowie für Anfang Mai sind weitere Auf­führungen geplant.

Das Gesher Theater wurde 1991 von russischen Immigranten gegründet und ist heute ein anerkannter Teil der israelischen Kulturszene. Gesher bedeutet im Hebräischen so viel wie Brücke. Die Aufführungen des Ensembles finden für gewöhnlich in hebräischer und russischer Sprache statt, zum Teil mit englischen Untertiteln. Künst­le­rischer Direktor ist Jewgenij Arie, der in dem Heym-Stück Regie führt. Er war an renommierten Theatern in Moskau, St. Petersburg und Riga tätig, be­vor er nach Israel ging. Heute ist Arie Ehrendoktor meh­rerer israelischer Hoch­schulen und Universi­täten.

Der 1972 veröffentlichte „König David Bericht“  gehört zu Stefan Heyms bekann­tes­ten Romanen; viele Kritiker halten ihn für seinen besten. Angesiedelt in biblischer Zeit, erzählt das Buch eine Parabel um interessengesteuerte Geschichts­schrei­bung und den Konflikt zwischen Intellektuellen und Machthabern zu allen Zeiten. In den 1980er-Jahren war der Stoff bereits Vorlage für eine Rock-Oper.

Nähere Informationen im Internet unter www.gesher-theatre.co.il

Stadtführung auf den Spuren des jungen Stefan Heym

Gästeführerin Grit Linke. Foto: Tobias Phieler

Gästeführerin Grit Linke. Foto: Tobias Phieler

Ein literarischer Stadtrundgang zu Stefan Heyms Kindheit und Jugend in Chemnitz in den 1930er-Jahren ist zum Welttag des Buches am 23. April in seiner Geburtsstadt zu erleben. Gästeführerin Grit Linke begibt sich mit den Teilnehmern auf Spurensuche im Gründerzeit- und Jugendstilviertel Kaßberg und geht seinen täglichen Wegen nach – von der elterlichen Wohnung am früheren Kaiserplatz zur Grundschule, zur einstigen Synagoge und zum früheren Staatsgymnasium. Dort endet die Führung. Eingebettet werden Passagen aus Stefan Heyms Autobiografie „Nachruf“.

Termin: Samstag, 23. April, 14 bis ca. 15.30 Uhr, Chemnitz. Treffpunkt: Gerhart-Hauptmann-Platz 13. Teilnahmegebühr: 7 Euro, bis 10 Jahre frei. Weitere Informationen unter www.c-entdecken.de, Telefon 0176 / 23 40 27 24.

Internet-Angebot des Deutschen Historischen Museums

Das Deutsche Historische Museum in Berlin hat in seinem Internet-Portal „Lebendiges Museum Online“ (LeMO) eine eigene Seite zu Stefan Heym eingerichtet. Sie bietet einen chronologischen Überblick über die wichtigsten Stationen seines Lebens und Schaffens. Besucher der Seite haben die Möglichkeit, dort gezielt einzelne Dekaden des zwanzigsten Jahrhunderts anzuwählen. Interaktive Querverweise führen zu weiteren Informationen über relevante Personen und Themen aus seinem Umfeld. Illustriert ist die Seite über Stefan Heym mit einem Foto aus dem Jahr 1976, das bei einer Lesung aus seinem Roman Der König David Bericht aufgenommen wurde.

Auch nicht-virtuell ist Stefan Heym bereits seit 2004 im Deutschen Historischen Museum mit einem besonderen Exponat präsent. Die Einrichtung verwahrt als Dauerleihgabe jene Reiseschreibmaschine, die Stefan Heym bei seiner Flucht aus Deutschland 1933 mit ins Exil nahm und die er bis in die 1940er-Jahre für seine Arbeiten nutzte.

Veranstaltungsprogramm 2016

Eine Exkursion zum Stefan-Heym-Archiv in Cambridge, Großbritannien, und eine Lesung mit Christoph Hein, 2013 mit dem Internationalen Stefan-Heym-Preis geehrt, sind in diesem Jahr die Höhepunkte im Veranstaltungsprogramm der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft. Darüber hinaus geplant ist ein weiteres Stefan-Heym-Gespräch in der Villa Esche in Chemnitz sowie der Ausbau der Zusammenarbeit mit Einrichtungen und Organisationen, die der Gesellschaft verbunden sind.

Im Folgenden die bereits feststehenden Termine:

Mittwoch, 13. April, 19 Uhr:
Christoph Hein: Lesung aus seinem neuen Roman „Glückskind mit Vater“.
Chemnitz, Villa Esche

Samstag, 23. April:
Chemnitzer Lesenacht
Präsentation anlässlich der Chemnitzer Literaturtage

3. bis 10. Oktober:
Exkursion nach London mit Besuch des Stefan Heym Archive, Cambridge

Dienstag, 18. Oktober, 19 Uhr:
5. Stefan-Heym-Gespräch
Mit Volker Dittrich, Autor des Buches „Wem gehört das Haus in Chemnitz?“,
und Lars Fassmann, Vorstandsvorsitzender der Chemmedia AG.
Chemnitz, Villa Esche

Über weitere Veranstaltungen wird die Gesellschaft so frühzeitig wie möglich informieren.

Vor 50 Jahren: Heym und das 11. Plenum des ZK der SED

Eines der folgenreichsten Ereignisse in der Kulturgeschichte der DDR jährt sich in diesen Tagen zum 50. Mal. Mit dem elften Plenum des Zentralkomitees der herrschenden Partei SED im Dezember 1965 wurde allen Tendenzen einer Öffnung und Demokratisierung im Bereich von Kunst und Kultur der Kampf angesagt. Ergebnis: Ein Dutzend Filme, die die staatliche Filmgesellschaft Defa im zu Ende gehenden Jahr produziert hatte, wurde verboten, kritische Theaterstücke wurden abgesetzt, die Beat-Musik als Instrument ideologischer Zersetzung der Jugend durch den Klassenfeind gebrandmarkt.

Stefan Heym zählte neben dem Philosophen Robert Havemann, dem Liedermacher Wolf Biermann und dem Romanautor Werner Bräunig zu jenen Intellektuellen, gegen die auf dem mehrtägigen Plenum die schärfsten Angriffe geführt wurden. Er gehöre „zu den ständigen negativen Kritikern der Verhältnisse in der DDR“, urteilte Erich Honecker in seinem Hauptreferat. Heym sei „offensichtlich nicht bereit, Ratschläge, die ihm mehrfach gegeben worden sind, zu beachten“.

Aktueller Blick zurück: Das Buch „1965. Der kurze Sommer der DDR“ ist im Verlag Carl Hanser erschienen. Für Autor Gunnar Decker setzte damals jene innere Erosion ein, die 1989 zum Zusammenbruch der DDR führte.

Aktueller Blick zurück: Das Buch „1965. Der kurze Sommer der DDR“ ist im Verlag Carl Hanser erschienen. Für Autor Gunnar Decker setzte damals jene innere Erosion ein, die 1989 zum Zusammenbruch der DDR führte.

Auslöser waren neben Stefan Heyms damals noch unveröffentlichtem Roman über den Aufstand vom 17. Juni 1953 vor allem seine beiden Texte „Stalin verlässt den Raum“ (1964) und „Die Langeweile von Minsk“ (1965). Darin setzte er sich kritisch mit der Aufgabe der Intellektuellen in der Gesellschaft und dem Erbe der Stalin-Zeit auseinander. Hardliner in der Staats- und Parteiführung werteten dies als Angriff auf die führende Rolle der SED. „Die ,Wahrheit‘, die er verkündet“, so Honecker über Heym, sei „die Behauptung, dass nicht die Arbeiterklasse, sondern nur die Schriftsteller und Wissenschaftler zur Führung der neuen Gesellschaft berufen seien.“

Für Stefan Heym hatte die Verdammung durch das sogenannte Kahlschlag-Plenum unmittelbare und lang anhaltende Folgen. Bereits wenige Tage später erhielt er eine Vorladung zum Innenminister der DDR, der ihn aufforderte, jedwede öffentliche Äußerungen gegen die DDR künftig zu unterlassen. Heym bestritt, solche Äußerungen getätigt zu haben. In den folgenden Jahren ist es Stefan Heym kaum noch möglich, Bücher zu veröffentlichen. Im öffentlichen Leben der DDR gilt er fortan als unerwünschte Person.

Lese-Tipps: Die beiden Essays „Stalin verlässt den Raum“ (1964) und „Die Langeweile von Minsk“ (1965) sind unter anderem in dem Band „Wege und Umwege / Einmischung“ der Werkausgabe enthalten. Eine Reihe von Studien und zeitgenössischen Dokumenten zum Thema (darunter die Rede Honeckers) bietet der von Wolfgang Engler zusammengestellte Band „Kahlschlag. Das 11. Plenum des ZK der SED 1965“ (Berlin: Aufbau Taschenbuch, 2000). Eine neue Untersuchung (nicht zuletzt der zeitgeschichtlichen und politischen Hintergründe) lieferte in diesem Jahr Gunnar Decker mit dem Buch „1965. Der kurze Sommer der DDR“ (München: Carl Hanser).

Neue Roman-Ausgabe in russischer Sprache

20151000 Heym-Neizvestny-BuchStefan Heyms Romane König David Bericht und Ahasver sind in neuer Übersetzung nun in einer gemeinsamen Neuausgabe in russischer Sprache verfügbar. Der vom russischen Exil-Künstler Ernst Neizvestny, einem der bekanntesten Vertreter der sowjetischen Nachkriegsavantgarde, illustrierte Band wurde im Orenburger Verlag „G. P. Donkowzew“ herausgegeben. Das Vorwort stammt von Christoph Hein, die Übersetzung von Boris Chlebnikow, der unter anderem auch Romane von Günter Grass, Heinrich Böll und Thomas Mann ins Russische übertragen hat.

Der von Igor Chramow, Mitglied der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft, geleitete Verlag hatte im Vorjahr bereits Stefan Heyms heitere Erzählungen „Immer sind die Weiber weg“ (1997) und „Immer sind die Männer schuld“ (2002) in einem Band in russischer Sprache herausgebracht. Das Buch wurde in diesem Jahr auf dem Moskauer Buchfestival im Wettbewerb „Die besten Bücher des Jahres 2014“ mit dem Preis des Verlegerverbandes der Russischen Föderation in der Sparte „Moderne Klassik“ ausgezeichnet.

Die nun fertiggestellte Neuausgabe der beiden Romane haben die Föderale Agentur für Druckwesen und Massenkommunikation Russlands, das Goethe-Institut Moskau und Anatoli Bogdanow, ein privater Förderer, finanziell unterstützt. Der Band wurde und wird auf mehreren öffentlichen Veranstaltungen präsentiert, so unter anderem in Jekaterinburg (im Beisein des deutschen Generalkonsuls Dr. Stefan Keil) sowie am Moskauer Goethe-Institut.

Die knapp 700 Seiten umfassende Ausgabe ist auch in Deutschland erhältlich.

Das Buch: Гейм, Стефан: Агасфер. Книга царя Давида.
Романы / Пер. с нем. Б. Н. Хлебникова / Предисл. К. Хайна / Илл. Э. И. Неизвестного — Оренбург: Оренбургское книжное издательство им. Г. П. Донковцева, 2015. Bezugsquelle für Deutschland: Gelikon Europe GmbH, Kantstraße 84, 10627 Berlin. Telefon 030 / 3234815, E-Mail: knigi[at]gelikon.de.